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Alle Fotos (11)Biografie
Gerald Alexander Held wurde am 19. Oktober 1958 in München geboren; sein Vater war der Schauspieler José Held. Als Schüler war Alexander Held Solosänger bei den Regensburger Domspatzen (1968-1970) und ein erfolgreicher Fußballspieler im Jugendteam des TSV 1860 München. Dennoch schlug er nach dem Schulabschluss eine Laufbahn als Schauspieler ein: Nach einer Ausbildung an der Otto Falckenberg Schule in München erhielt er 1980 sein erstes Engagement an den Münchner Kammerspielen. Weitere Engagements hatte er unter anderem am Staatsschauspiel Hannover, der Volksbühne Berlin und ab 1993 am Theater Basel.
Sein Debüt vor der Kamera gab er 1981 mit einer kleinen Episodenrolle in der Krimiserie "Derrick", gefolgt von sehr vereinzelten Nebenrollen, darunter ein "SS-Bürokrat" in Steven Spielbergs "Schindlers Liste" (US 1993). Bis Mitte der 1990er-Jahre konzentrierte Held sich jedoch auf die Theaterarbeit.
Erst ab 1996 stand Alexander Held regelmäßig vor der Kamera, zunächst meist in kleinen Parts: Er war ein Kripobeamter in Ralf Huettners Thriller "Der kalte Finger" (1996), ein Staatsanwalt in dem Drama "Alle haben geschwiegen" (1996, TV) und ein Jungbauer in dem Dürrenmatt-Krimi "Es geschah am hellichten Tag" (1997, TV). Eine größere Rolle spielte er als LKA-Beamter in Huettners Krimikomödie "Die Musterknaben" (1997). Vor allem aber sah man Held in Episodenrollen unterschiedlichster Serien.
Im Kino verkörperte er in Michael Herbigs Kultkomödie "Der Schuh des Manitu" (2001) den Schriftsteller Karl May, in "Bibi Blocksberg" (2002) hatte er einen Auftritt als strenger Wirtschaftsprüfer. 2004/2005 wirkte er in gleich drei Kinofilmen über die NS-Zeit mit: in "Napola" (2004) verkörperte er den antifaschistischen Vater der jungen Hauptfigur, in "Der Untergang" (2004) den SS-Brigadeführer Walter Hewel, in "Sophie Scholl – Die letzten Tage" (2005) den Gestapo-Beamten Robert Mohr.
Joseph Vilsmaiers besetzte Held in dem Fernsehzweiteiler "Die Gustloff" (2008) als NSDAP-Ortsgruppenleiter und fast zeitgleich in dem Kinofilm "Die Geschichte vom Brandner Kaspar" (2008) als Widersacher der Titelfigur. Eine markante Rolle spielte Held auch als Generalbundesanwalt Siegfried Buback in dem RAF-Drama "Der Baader Meinhof Komplex" (2008) – eine historische Persönlichkeit, die er nochmals 2014 in dem Fernsehfilm "Die Spiegel-Affäre" verkörperte.
Auch sonst spielte Alexander Held häufig Würdenträger, Beamte und Autoritätspersonen, zum Beispiel einen Abt in Margarethe von Trottas "Vision – Aus dem Leben der Hildegard von Bingen" (DE/FR 2009), den Kaiser Lothar I. In Sönke Wortmann "Die Päpstin" (DE/IT/ES 2009), einen Oberleutnant in Achim von Borries' Antikriegsdrama "Vier Tage im Mai" (DE/RU/UA 2011), einen einfühlsamen Klinikarzt in Marc Rothemunds "Heute bin ich blond" (DE/BE 2013) und einen sadistischen Heimleiter in dem Drama "Freistatt" (2015).
Dem breiten Publikum wurde Alexander Held gleichwohl durch sein zahlreichen Fernsehrollen bekannt. Zwischen 2003 bis 2009 sah man ihn in der Reihe "Der Bulle von Tölz" regelmäßig als SPD-Bundestagsabgeordneten, der es in der bayerischen Provinz schwer hat. Ab 2010 hatte er in der ZDF-Krimiserie "Stralsund" eine Hauptrolle als Leiter der Kripo Stralsund, und ab 2014 spielte er in der ZDF-Krimireihe "München Mord" die Hautrolle eines höchst eigenwilligen und unberechenbaren Kriminalhauptkommissars. Für diese Rolle erhielt Held 2014 den Bayerischen Fernsehpreis und 2023 den Ehrenpreis beim Deutschen Fernsehkrimi-Festival Wiesbaden.
Seine letzte Kinorolle spielte Held 2017 als Polizist und Vater der Titelfigur in der bayerischen Provinzkomödie "Maria Mafiosi". Dafür wirkte er neben seinen festen Serienrollen in zahlreichen weiteren TV-Produktionen mit. Beispielhaft seien die Fernsehfilme "Tatort - Im Schmerz geboren" (2014, als Mafioso), der Dreiteiler "Unterleuten – Das zerrissene Dorf" (2020, als skrupelloser Immobilieninvestor) und die Tragikomödie "Geheimkommando Familie" (2022, als pensionierter Marineoffizier) genannt – Helds Filmografie umfasst über 160 Titel. Ab 2022 sah man ihn allerdings nur noch in seinen festen Rollen in "Stralsund" und "München Mord".
Alexander Held, der zuletzt in Erl in Tirol gelebt hatte, starb dort am 12. Mai 2026 an den Folgen einer Lungenentzündung.