"Ingeborg Bachmann - Jemand, der einmal ich war", Source: Weltkino Filmverleih, DFF, © Elliott Kreyenberg, zero one film
Sandra Hüller

Ab Donnerstag im Kino: Ingeborg Bachmann - Jemand, der einmal ich war

Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann entwirft Regina Schilling ein ebenso kühnes wie gegenwärtiges Porträt der österreichischen Dichterin und Ikone der deutschsprachigen Literatur. Ihr hybrider Dokumentarfilm "Ingeborg Bachmann: Jemand, der einmal ich war", der das DOK.fest München eröffnete und beim Kinofest Lünen mit dem Hauptpreis ausgezeichnet wurde, verbindet Archivfragmente, Spielszenen und essayistische Passagen zu einer lebendigen Annäherung an Werk und Denken der Autorin. Zentral war dabei Schillings Zusammenarbeit mit Sandra Hüller, die Bachmanns Texte hör- und körperlich erfahrbar macht: Während des Spiels hörte Hüller die zuvor von ihr eingesprochenen Worte über einen Knopf im Ohr – ein Kunstgriff, der eine ungewöhnliche Intimität erzeugt und das Publikum am inneren Dialog teilhaben lässt. So gewinnt Bachmanns Prosa neue Klarheit und Sinnlichkeit, und der Film legt die erstaunliche Aktualität von Bachmanns Schreiben frei: Macht, Abhängigkeit, Gewalt und patriarchale Strukturen erscheinen als Themen von heute. Schilling ist ein filmisches Forschungsprojekt gelungen, das nicht illustriert, sondern befragt – und Maßstäbe für literarische Porträts setzt.

Aktuelles

In der zweiten Sitzung des Jahres 2026 hat das Vergabegremium "Distribution Support" von German Films entschieden, 30 Kinostarts deutscher Filme im Ausland zu unterstützen. Insgesamt wurde eine Fördersumme von 209.500 Euro vergeben.

Das FIDMarseille zählt zu den wichtigsten internationalen Festivals für zeitgenössisches, dokumentarisches und experimentelles Kino. Seine 37. Ausgabe findet vom 7. bis 12. Juli 2026 statt und präsentiert in Wettbewerben, Retrospektiven und Sonderprogrammen neue filmische Handschriften aus aller Welt. Der diesjährige Länderfokus beim FIDLab ist Deutschland gewidmet.

Mit einer starken Präsenz deutscher Produktionen und Koproduktionen ist Deutschland auch in diesem Jahr beim Internationalen Filmfestival Karlovy Vary vertreten. In den Wettbewerbs- und Nebensektionen des traditionsreichen A-Festivals präsentieren deutsche Filmschaffende ein breites Spektrum aktueller Kinoproduktionen – von Debütfilmen bis hin zu Arbeiten etablierter Regisseur*innen. Das 60. Karlovy Vary International Film Festival findet vom 3. bis 11. Juli 2026 statt und zählt zu den wichtigsten Filmfestivals Mittel- und Osteuropas.

Am kommenden Freitag, 26. Juni, beginnt das 43. Filmfest München und präsentiert bis 5. Juli 130 Filmpremieren aus 56 Ländern und zahlreiche spannende retrospektive Blicke auf die Filmgeschichte. 

VISION KINO und die Partner der SchulKinoWochen in den Ländern setzen als Teil der ganzjährigen Aktivitäten in diesem Jahr Akzente für mehr Zusammenarbeit, Partizipation und innovative Programme für Kinder und Jugendliche. So wird im Juli mit dem fünften "Aktionstag SchulKino" die Zusammenarbeit mit Kinos weiter ausgebaut und neue Impulse für die SchulKinoWochen gesetzt. Parallel stärkt VISION KINO mit dem Projekt "Jugend macht Kino" ab Sommer die aktive Beteiligung junger Menschen an Filmbildung und Kinokultur.