Julia Jentsch, Chen Emilie Yan (v.l.) in "Staatsschutz" (2026)
Julia Jentsch, Chen Emilie Yan (v.l.)

Neu im Kino: Staatsschutz

Faraz Shariat, der bereits 2019 mit seinem mehrfach preisgekrönten, semibiografischen Spielfilmdebüt "Futur Drei" für Aufsehen sorgte, präsentierte im Februar seinen neuesten Film "Staatsschutz" auf der Berlinale. Dort wurde sein neuer Film gleich dreifach ausgezeichnet: mit dem CICAE Art Cinema Award, dem Heiner-Carow-Preis und dem Panorama Publikumspreis in der Kategorie Spielfilm. Nun kommt das Drama um die junge Staatsanwältin Seyo Kim regulär in die Kinos. Kim begreift ihren Beruf als Haltung und als Versuch, dem Rechtsstaat jene Konsequenz zurückzugeben, die er im Umgang mit rechter Gewalt allzu oft vermissen lässt. In Ostdeutschland will sie konsequent ermitteln – und gerät nach einem Anschlag selbst in den Sog eines Apparats, der Neutralität beschwört, aber vor allem sich selbst zu schützen scheint. Gegen die Erwartungen ihrer Behörde setzt Seyo ihre Recherchen fort und stößt dabei auf strukturelle Blindstellen, Versäumnisse und jene Vertrauensbrüche, von denen Betroffene rassistischer Gewalt seit Jahren berichten. Auch wenn "Staatsschutz" nicht unmittelbar auf einem konkreten Fall beruht, erzählt Shariat von Geschehnissen, die längst Teil der deutschen Realität sind. Die Theaterschauspielerin Chen Emilie Yan ist hier erstmals vor der Kamera zu sehen und überzeugt in der Rolle der jungen Staatsanwältin mit einer kraftvollen, vielschichtigen Darstellung. Und Faraz Shariat beweist einmal mehr, warum er völlig zurecht zu den aufregendsten und mutigsten Stimmen des gegenwärtigen deutschen Kinos zählt.

Aktuelles

Die Erklärung im Wortlaut:

"Die Töpfe des DFFF 1 & 2 sowie des GMPF sind bereits vier Monate vor Jahresende ausgeschöpft. Das zeigt die enorme Nachfrage und das Wachstumspotenzial des Filmstandorts Deutschland. Deutsche Studios und Drehorte, Crews und Kreative, Produktionsunternehmen und Dienstleister sind gefragt – und stärken damit die gesamte filmwirtschaftliche Wertschöpfungskette bis hin zu den Kinos.

Die Schauspielerin Annekathrin Bürger wird mit dem Preis der DEFA-Stiftung für ihr künstlerisches Lebenswerk ausgezeichnet. Die mit 10.000 Euro dotierte Ehrung wird im Rahmen einer feierlichen Preisgala am 2. Oktober in der Akademie der Künste in Berlin verliehen.

Die von German Films berufene Jury hat sich entschieden, den Spielfilm "Everytime" von Sandra Wollner für die 99. Oscar-Verleihung in der Kategorie "International Feature Film" einzureichen. Zudem haben sich außerdem schon im Vorfeld die deutschen Produktionen "Gelbe Briefe" und "Von Scham und Geld" durch die bei der Berlinale und Sundance gewonnenen Preise qualifiziert.

Am 1. November 2026 wird Michael Dienes neuer Vorstand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung. Christiane von Wahlert, die der Stiftung seit Dezember 2019 vorsteht, geht Ende des Jahres 2026 in den Ruhestand.

Beratung, Bildung und Verbesserung waren auch diesmal die Zwecke der Kinomaßnahmen, die von der FFA mit insgesamt 3.826.607,58 Euro gefördert wurden. In der vierten Kinoförderrunde 2026 wurden zusammen 81 Maßnahmen in 14 Bundesländern bewilligt.