"Sechswochenamt", Source: Piffl Medien, DFF, © Filmweh, Markus Ott
Gerta Gormanns, Magdalena Laubisch (v.l.)

Ab Donnerstag im Kino: Sechswochenamt

Abschied von einem nahen Angehörigen nehmen, die letzten Angelegenheiten regeln, eine Beerdigung organisieren: Erfahrungen, die die meisten Menschen irgendwann machen, die jedoch selten so lebensnah gezeigt werden wie in Jacqueline Jansens erstem Spielfilm "Sechswochenamt". Die 25-jährige Lore kommt da für sechs Wochen zurück in ihr Heimatdorf im Rheinland, nachdem ihre Mutter gestorben ist. Doch nicht nur sie ist im Ausnahmezustand, zur gleichen Zeit legt die Corona-Pandemie das ganze Land lahm und hält die Menschen in Isolation. Lore versucht trotzdem, alles Wichtige zu regeln und eine Trauerfeier zu organisieren. Dabei stößt sie auf den Widerstand der Bürokratie wie auch ihrer Verwandtschaft, die auf ihre unkonventionellen Ideen ablehnend reagiert – und beim Versuch, in all dem Chaos auch noch mit ihren eigenen Gefühlen umzugehen, stößt sie immer wieder an ihre Grenzen. Langsam realisiert sie: Der Ausnahmezustand ist gar nicht so vorübergehend, denn nichts wird jemals wieder so sein, wie es war. Für seine meisterhafte Balance zwischen Ernst und Komik und seinen präzisen Blick für das Banale wie das Tiefgründige im Alltag, ist "Sechswochenamt" bereits mehrfach ausgezeichnet worden. Magdalena Laubisch erhielt für ihre brillante Darstellung der Lore den Förderpreis Neues Deutsches Kino.

Aktuelles

Am 19. und 20. Juni finden im Theater der Stadt Rüsselsheim bereits zum 33. Mal die Rüsselsheimer Filmtage von Cinema Concetta statt. 15 Produktionen kündigt der Veranstalter an, sie haben Laufzeiten zwischen 1,5 und knapp 20 Minuten, die gesamte Spielzeit liegt bei etwas mehr als drei Stunden.

Das Haus des Dokumentarfilms – Europäisches Medienforum Stuttgart e.V. und die Film- und Medienstiftung NRW vergeben den 2026 gemeinsam ins Leben gerufenen Europäischen Dokumentarfilmpreis an die österreichische Filmemacherin und Autorin Dr. Ruth Beckermann. Die Auszeichnung für das Lebenswerk ist mit 15.000 Euro dotiert und wird am morgigen 18.06.2026 im Rahmen des Branchentreffs DOKVILLE (Stuttgart) erstmals verliehen.

Gleich 12 der 50 erfolgreichsten Filmtitel des Jahres 2025 sind deutsche (Ko-)Produktionen – doppelt so viele wie im Vorjahr. Die neue FFA-Studie "Top 50 Filme 2025" ermöglicht weiterreichende Analysen dieser Top-Titel nach soziodemografischen Merkmalen der Besucher*innen sowie zentralen kino- und filmspezifischen Faktoren.

Das Filmfest München wird auch in diesem Jahr von hochkarätig besetzten Jurys begleitet, die sich aus nationalen wie internationalen Filmschaffenden zusammensetzen. 

Das Haus des Dokumentarfilms – Europäisches Medienforum Stuttgart e.V. veranstaltet seit 2005 den jährlichen Dokumentarfilmtreff DOKVILLE. Der Branchenkongress diskutiert in seiner diesjährigen Ausgabe, die am kommenden Donnerstag und Freitag (18. und 19.06.) stattfindet, die Gefahrenpotenziale, der die Demokratien der Gegenwart ausgesetzt sind, und fragt: Ist unsere Zivilgesellschaft am Ende?