Johann Feindt, Source: Johann Feindt
Johann Feindt

75. Geburtstag: Johann Feindt

Am 16. März feiert der Kameramann und Dokumentarfilmer Johann Feindt seinen 75. Geburtstag – ein guter Anlass, auf ein Werk zu blicken, das die deutsche Dokumentarfilmgeschichte über Jahrzehnte hinweg geprägt hat. Kaum ein anderer Kameramann hat die politische und gesellschaftliche Realität der Bundesrepublik mit einer solchen Nähe und visuellen Klarheit eingefangen. Feindts Bilder sind dabei nie bloß Beobachtung: Sie sind präzise Zeugnisse politischer Prozesse und menschlicher Erfahrungen, sei es in "Die Kümmeltürkin geht", "Beruf Neonazi" oder "Meine Mutter, ein Krieg und ich". Besonders in der Zusammenarbeit mit prägenden Regisseurinnen wie Jeanine Meerapfel, Annekatrin Hendel und Heidi Specogna entwickelte Feindt eine Bildsprache, die ruhig, aufmerksam und stets nah an den Menschen ist – gerade dadurch entsteht eine besondere Intensität, die viele Filme, an denen er mitwirkte, zu wichtigen Zeitdokumenten macht. Feindts Arbeit steht für eine Dokumentarfilm-Ästhetik, die Haltung zeigt, ohne laut zu sein. Dass er sich auch auf Spielfilme versteht, zeigte er eindrucksvoll bei der Filmbiografie "Lieber Thomas", für deren Bildgestaltung er den Deutschen Filmpreis erhielt. Zum 75. Geburtstag lohnt sich daher nicht nur ein Blick zurück auf ein beeindruckendes Œuvre, sondern auch die Würdigung eines Kameramanns, der mit seinen Bildern das politische Gedächtnis Deutschlands mitgeschrieben hat.

Aktuelles

Griechenland ist Gastgeber der 39. European Film Awards – ein Meilenstein für das filmische Erbe des Landes. Zum ersten Mal finden die European Film Awards in Südosteuropa statt, und zwar am 16. Januar 2027 in Athen in der Griechischen Nationaloper im Kulturzentrum der Stavros-Niarchos-Stiftung.

Die mit FFA-Förderung entstandene deutsche Koproduktion "Sentimental Value" ist bei der 98. Verleihung der Academy Awards als norwegischer Beitrag mit dem Oscar® für den Besten internationalen Film ausgezeichnet worden.

Das 41. DOK.fest München feiert am 6. Mai im Deutschen Theater Eröffnung mit "Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war". Der hybride Film von Regina Schilling verbindet Spielszenen und dokumentarische Elemente. Die vielfach preisgekrönte Schauspielerin Sandra Hüller verkörpert die Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (1926 – 1973). 

In ihrer 72. Ausgabe zeigen die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen (28. April – 3. Mai 2026) vier Profile, Werkschauen, in denen auf ganz unterschiedliche Arten die Möglichkeiten des Films – ästhetisch, technisch, politisch – ausgelotet werden.

Die Jurys des 62. Grimme-Preises haben sich entschieden. Am 24. April 2026 werden im Marler Theater insgesamt sechzehn Grimme-Preise sowie drei Sonderpreise vergeben. Durch die Preisverleihung führt in diesem Jahr Linda Zervakis, musikalisch begleitet wird sie durch Helmut Zerlett und Band.