"Rose", Source: Piffl Medien, DFF, © Schubert-Film, Row Pictures, Walker + Worm, Gerald Kerkletz
Sandra Hüller

Neu im Kino: Rose

Gerade noch war Sandra Hüller an der Seite von Ryan Gosling in der Hollywood-Produktion "Der Astronaut" zu sehen, da kommt nun auch der deutlich kleinere, doch unbedingt sehenswerte österreichisch-deutsche Film "Rose" ins Kino, für den sie auf der Berlinale hochverdient mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet wurde. Hüller spielt darin eine Frau in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, die sich eine neue Identität als Mann aneignet: Mit von einer großen Narbe gezeichnetem Gesicht kommt dieser mysteriöse Soldat eines Tages aus dem Krieg in eine dörfliche Gemeinschaft und legt ein Dokument vor, das sie als Erbe eines verlassenen Gehöfts ausweist. Die Dorfbewohner sind zwar anfangs skeptisch, doch der Neuankömmling erweist sich als tüchtig, verlässlich und gottesfürchtig, und so akzeptiert man ihn und seine Geschichte. Sogar die Ehe mit der Tochter eines reichen Bauern (Caro Braun) geht zunächst gut – bis ein Zwischenfall die Wahrheit ans Licht bringt… Regisseur Markus Schleinzer erzählt diese packende Geschichte in kargen, oft archaisch anmutenden Schwarz-weiß-Bildern, die glaubwürdig das ländliche Leben im 17. Jahrhundert heraufbeschwören. Zugleich wirkt das Streben der jungen Frau nach einem selbstbestimmten Leben innerhalb einer repressiv-patriarchalischen Ordnung aber höchst gegenwärtig. So gelingt es Schleinzer und seiner grandiosen Hauptdarstellerin, zurückhaltend zu erzählen und doch tief zu berühren. 

Aktuelles

Der italienische Schauspieler Toni Servillo erhält den CineMerit Award des Filmfest München für seine herausragenden Verdienste um die Filmkunst. Mit einer Hommage würdigt das Festival das Werk der deutschen Regisseurin Jutta Brückner und präsentiert ihren neuen Film "Im Spiegel meiner Mutter". Mit dieser Wahl rückt das Filmfest München (26. Juni - 5. Juli) zwei renommierte Kunstschaffende ins Zentrum, die das Kino in Europa wegweisend beeinflusst haben.

Hape Kerkeling erhält für seine herausragenden Leistungen die mit 15.000 Euro dotierte "Nike", den Ehrenpreis für das Lebenswerk des Kinofest Lünen.

Der Vergabeausschuss für die Film- und Fernsehförderung des FFF Bayern hat gestern zum zweiten Mal in diesem Jahr getagt und entschieden, 42 Vorhaben mit insgesamt 6,5 Mio. Euro zu unterstützen. Davon entfallen 3,7 Mio. Euro auf den Bereich Produktion Kinofilm, in dem der Ausschuss zehn Projekte empfohlen hat. Darunter sind die Fortsetzungen erfolgreicher Adaptionen wie "Die Schule der magischen Tiere 5", "Wochenendrebellen 2" und "Windstärke 17". Außerdem unterstützt der FFF Bayern die neuen Kinoprojekte von Dominik Graf, Jessica Hausner und Pola Beck sowie die dritte Staffel der beliebten RTL-Serie "Neue Geschichten vom Pumuckl".

Das FSK-Kinderpanel ist erfolgreich gestartet und setzt ein starkes Signal für einen zeitgemäßen Jugendmedienschutz. In dem neuen Beteiligungsformat erhalten Kinder zwischen 6 und 11 Jahren die Möglichkeit, sich mit Filmen und deren Wirkung aus Sicht der Zielgruppe auseinanderzusetzen.

Am 17. Mai jährt sich das Gründungsdatum der DEFA zum 80. Mal. Ein Jahr lang wendet sich das Filmmuseum Potsdam zahlreichen Themen, Filmen und Personen zu, die das spätere staatliche Filmstudio der DDR geprägt haben. In Zusammenarbeit mit dem Förderverein des Filmmuseums und der DEFA-Stiftung entstehen zwei Ausstellungen, die von einer umfassenden Film- und Veranstaltungsreihe begleitet werden.