"Das Glück der Tüchtigen", Source: Cologne Cine Collective, DFF, © Mizzi Stock Entertainment, 2 Pilots Filmproduction, Photo: Martin Rottenkolber
Katharina Derr

Ab Donnerstag im Kino: Das Glück der Tüchtigen

In "Die Liebe der Kinder" zeichnete Franz Müller 2009 das feinfühlige Porträt einer erst entstehenden Patchwork-Familie. 16 Jahre später hat er seine Figuren von damals wieder aufgesucht - eine Fortsetzung des alten Films ist "Das Glück der Tüchtigen" allerdings nur bedingt: Zuviel hat sich verändert, Maren (Marie-Lou Sellem) und Robert (Alex Brendemühl) sind lange schon wieder getrennt, und der Fokus liegt nun ganz auf Marens Tochter Mira (Katharina Derr), inzwischen Anfang 30: Sie hat eine harmonische Beziehung mit ihrem Mann Tarik, zwei kleine Töchter und vor kurzem die Leitung eines Supermarkts übernommen. Alles perfekt also? Leider nicht für lange: Ein Privatkredit, den Robert ihr gegeben hat, führt zu ungeahnten Verwicklungen, denn Tarik steckt das Geld in einen Kryptofonds und verliert über Nacht alles. Aus Scham verschweigt Mira den Verlust, doch eine Lüge ergibt die nächste, und so verstrickt sie sich immer mehr in ihrem eigenen Konstrukt. Während Robert an seine Großzügigkeit auch Erwartungen knüpft und Maren sowieso alle Entscheidungen ihrer Tochter in Frage stellt, beginnt Miras heile Welt zu zerbröseln… Franz Müller erzählt das so unaufgeregt wie zu Herzen gehend, mit beiläufigem Humor und voller Empathie – und ihm gelingt das Kunststück, in dieser lebensnahen Geschichte vom Geben und Nehmen eine scharfsinnige Parabel auf den Kapitalismus zu verstecken.

Aktuelles

In ihrem großen Themenprogramm "based on true events?" untersuchen die Kurzfilmtage Oberhausen 2026 (28. April – 3. Mai) das Verhältnis von Realität und Fiktion im (dokumentarischen) Film. 

Nach der jüngsten Sitzung der Deutsch-Französischen Förderkommission in Paris erhalten drei Koproduktionen zusammen 825.000 Euro "Minitraité"-Produktionsförderung. Neben den Partnerinnen aus Deutschland und Frankreich sind an jedem der drei Filme Produktionsfirmen aus jeweils zwei weiteren Ländern beteiligt.

Das Programm des 41. DOK.fest München ist veröffentlicht: Zu sehen sind 106 Filme aus 49 Ländern. Davon sind 82 Filme erstmals in Deutschland zu sehen: 23 Filme laufen in Weltpremiere, 59 weitere Filme in internationaler oder Deutschlandpremiere. Das Programmteam konnte in diesem Jahr aus 1.440 eingereichten Filmen auswählen – ein neuer Höchstwert.

Der Film "Sorda – Der Klang der Welt" der spanischen Regisseurin Eva Libertad wurde gestern bei einer Zeremonie im Plenarsaal des Europäischen Parlaments in Brüssel zum Gewinner des LUX Audience Award 2026 erklärt. Er wurde gemeinsam von EU-Bürger*innen und Europaabgeordneten gewählt. 

Zum mittlerweile sechsten Mal feiert das neue Kurzfilmprogramm NEXT GENERATION SHORT TIGER in diesem Jahr Premiere im Rahmen des Filmfest Dresden, bevor es einen Monat später beim Festival de Cannes dem internationalen Publikum präsentiert wird.