Johann Feindt, Source: Johann Feindt
Johann Feindt

75. Geburtstag: Johann Feindt

Am 16. März feiert der Kameramann und Dokumentarfilmer Johann Feindt seinen 75. Geburtstag – ein guter Anlass, auf ein Werk zu blicken, das die deutsche Dokumentarfilmgeschichte über Jahrzehnte hinweg geprägt hat. Kaum ein anderer Kameramann hat die politische und gesellschaftliche Realität der Bundesrepublik mit einer solchen Nähe und visuellen Klarheit eingefangen. Feindts Bilder sind dabei nie bloß Beobachtung: Sie sind präzise Zeugnisse politischer Prozesse und menschlicher Erfahrungen, sei es in "Die Kümmeltürkin geht", "Beruf Neonazi" oder "Meine Mutter, ein Krieg und ich". Besonders in der Zusammenarbeit mit prägenden Regisseurinnen wie Jeanine Meerapfel, Annekatrin Hendel und Heidi Specogna entwickelte Feindt eine Bildsprache, die ruhig, aufmerksam und stets nah an den Menschen ist – gerade dadurch entsteht eine besondere Intensität, die viele Filme, an denen er mitwirkte, zu wichtigen Zeitdokumenten macht. Feindts Arbeit steht für eine Dokumentarfilm-Ästhetik, die Haltung zeigt, ohne laut zu sein. Dass er sich auch auf Spielfilme versteht, zeigte er eindrucksvoll bei der Filmbiografie "Lieber Thomas", für deren Bildgestaltung er den Deutschen Filmpreis erhielt. Zum 75. Geburtstag lohnt sich daher nicht nur ein Blick zurück auf ein beeindruckendes Œuvre, sondern auch die Würdigung eines Kameramanns, der mit seinen Bildern das politische Gedächtnis Deutschlands mitgeschrieben hat.

Aktuelles

Einmal pro Monat präsentieren DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum und das Magazin epd Film in der Reihe "Was tut sich - im deutschen Film?" ein herausragendes deutschsprachiges Kinowerk mit anschließendem Werkstattgespräch. Am kommenden Sonntag, 22. März, stellt der Editor Andrew Bird, der sämtliche Filme von Regisseur Fatih Akın geschnitten hat, im Kino des DFF "Amrum" vor. 

Die Wettbewerbsauswahl der 72. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen (28. April – 3. Mai 2026) ist abgeschlossen. In fünf Wettbewerben präsentiert das Festival insgesamt 121 Filme und Musikvideos aus 48 Ländern. 

Unter dem Titel "Kino ohne Rast. Passagen durch das Genrekino von Harald Reinl" präsentiert das Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums Berlin von 3. April bis 7. Juni 2026 eine Werkschau des deutschen Regisseurs. 

Griechenland ist Gastgeber der 39. European Film Awards – ein Meilenstein für das filmische Erbe des Landes. Zum ersten Mal finden die European Film Awards in Südosteuropa statt, und zwar am 16. Januar 2027 in Athen in der Griechischen Nationaloper im Kulturzentrum der Stavros-Niarchos-Stiftung.

Die mit FFA-Förderung entstandene deutsche Koproduktion "Sentimental Value" ist bei der 98. Verleihung der Academy Awards als norwegischer Beitrag mit dem Oscar® für den Besten internationalen Film ausgezeichnet worden.