"Maysoon", Source: Grandfilm, DFF, © Grandfilm
Sabrina Amali, Florian Stetter (v.l.)

Neu im Kino: Maysoon

Seit zehn Jahren lebt Maysoon (Sabrina Amali) bereits in Deutschland. Die ägyptische Archäologin hat sich in Berlin eine neue Existenz aufgebaut – ein stabiles, ja glückliches Leben mit ihrem Mann Tobi (Florian Stetter), den zwei gemeinsamen Kindern und ihrem Job als Museumsführerin. Wie schnell aber diese vermeintliche Sicherheit zerbricht, zeigt Nancy Biniadakis "Maysoon" auf so einfühlsame wie drastische Weise. Denn eines Tages gesteht Tobi Maysoon, dass er eine Affäre hat. Und dies und die folgende Trennung sind nur der Beginn einer Reihe von Erschütterungen: Als die überforderte Maysoon mehrfach die Beherrschung verliert, wird sie vom Museum entlassen, und bald wird das Geld knapp. Da zufällig gerade auch noch ihr Pass abgelaufen ist, wird diese scheinbare Formalität unversehens zur Bedrohung. Irgendwann steht Maysoons Abschiebung im Raum… Vor allem mit leisen Tönen und präzisem Realismus macht Biniadaki Maysoons Verunsicherung spürbar und erzeugt eine eindringliche Atmosphäre der Entfremdung und Angst, in die ganz beiläufig auch politische Aspekte einfließen. Für ihr subtiles und doch höchst eindringliches Spiel wurde Sabrina Amali in Oldenburg mit dem Seymour Cassel Award ausgezeichnet.

Aktuelles

Die Jugend Filmjury hat ein neues Zuhause: Seit dem 1. Januar 2026 wird die erfolgreiche Arbeit (ehemals unter dem Dach der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) in Wiesbaden) beim Bundesverband Jugend und Film e.V. (BJF) in Frankfurt fortgeführt. 

Die iranische Komponistin Atena Eshtiaghi gewinnt mit "Materia Prima" den Deutschen Dokumentarfilm-Musikpreis 2026. Sie erhält den Preis zum zweiten Mal nach 2024, als sie mit "My Stolen Planet" ausgezeichnet wurde.

Das Programm des Regionalen Langfilmwettbewerbs des 19. LICHTER Filmfest Frankfurt International (28. April - 3. Mai 2026) steht fest – und es ist so vielfältig wie das Filmschaffen der Region selbst. Vier Weltpremieren, zwei Deutschlandpremieren und vier Hessenpremieren versprechen ein cineastisches Abenteuer voller überraschender Perspektiven und künstlerischer Handschriften.

Einmal pro Monat präsentieren DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum und das Magazin epd Film in der Reihe "Was tut sich - im deutschen Film?" ein herausragendes deutschsprachiges Kinowerk mit anschließendem Werkstattgespräch. Am kommenden Sonntag, 22. März, stellt der Editor Andrew Bird, der sämtliche Filme von Regisseur Fatih Akın geschnitten hat, im Kino des DFF "Amrum" vor. 

Die Wettbewerbsauswahl der 72. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen (28. April – 3. Mai 2026) ist abgeschlossen. In fünf Wettbewerben präsentiert das Festival insgesamt 121 Filme und Musikvideos aus 48 Ländern.