"Block 10", © CCC Film, Camino Filmverleih, Photo: Anne Wilk
Johannes Zirner, Talia Dogan, Christian Berkel (v.l.n.r.)

Neu im Kino: Block 10

Block 10 steht für ein wenig bekanntes, doch besonders grausames Kapitel in der Geschichte des Konzentrationslagers Auschwitz: Hunderte jüdische Frauen wurden dort von der SS systematisch misshandelt und verstümmelt, indem man sie zu Objekten medizinischer Experimente machte. So erprobte man an ihnen brutale neue Methoden der Zwangssterilisation. Die Schrecken dieser Experimente stellt "Block 10" in der Regie von Marcus O. Rosenmüller anhand eines schier ausweglosen moralischen Dilemmas dar: Der jüdische Gynäkologe Maximilian Samuel (Christian Berkel), selbst Gefangener, wird von der SS zur Mitwirkung an den Experimenten von Dr. Clauberg (Axel Prahl) erpresst – weigert er sich, bedeutet das für seine eigene Tochter, die ebenfalls interniert ist, den Tod in der Gaskammer. Von Produzentin und Autorin Alice Brauner auf der Basis von Zeug*innenaussagen und Gerichtsprotokollen entwickelt, zeichnet der Film ein schonungsloses Bild der Entmenschlichung in der NS-Tötungsmaschinerie, und trotz der männlichen Hauptfigur rückt er die Perspektive der weiblichen Inhaftierten in den Fokus und schildert eindringlich ihren täglichen Kampf um Ihr Leben und ihre Würde. So schwer erträglich "Block 10" bisweilen ist, so wichtig ist gerade heute sein Blick auf die Abgründe der Unmenschlichkeit wie auch die Möglichkeiten von Menschlichkeit selbst unter unmenschlichen Bedingungen.

Aktuelles

Mit einem festlichen Auftakt im Kleinen Haus des Staatstheaters Mainz wurde am Dienstagabend die 25. Ausgabe von FILMZ – Festival des deutschen Kinos eröffnet. 

Die European Award Season 2027 der European Film Academy ist zurück: Kinos, Festivals, Kinematheken, Kulturzentren, Filmnetzwerke und Online-Plattformen in ganz Europa und darüber hinaus feiern gemeinsam die Filme und Filmschaffenden, die das europäische Kino prägen, und bringen sie einem breiten Publikum näher.

Gemeinsam mit dem Verband der deutschen Filmkritik haben die MFG Filmförderung Baden-Württemberg (MFG), die Film- und Medienstiftung NRW und die Hessen Film & Medien den Autor Lukas Stern mit dem Siegfried Kracauer Preis 2026 für die Beste Filmkritik ausgezeichnet. Der Preis für die Beste innovative Form der Filmkritik ging an Max Osenstätter, Klaus Uhrig, Judith Goetsch und Johannes Munzinger.

Anlässlich der dritten Ausgabe von "Frankfurt schaut einen Film" zeigt das Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum am kommenden Sonntagvormittag, 8. November um 11 Uhr, Alexander Kluges "Abschied von gestern" (BRD 1966) mit einer Einführung von Eva Hielscher (DFF) sowie einem Gespräch mit Kameramann Thomas Mauch im Anschluss. Im November zeigt das DFF insgesamt sechs Kluge-Filme. 

15 deutsche und deutsch-koproduzierte Kurzfilme sind im Wettbewerb um die 98. Oscars® in den Kategorien "Animated Short Film", "Live Action Short Film" und "Documentary Short Film" eingereicht, nachdem sie sich zwischen 1. Oktober 2025 und 30. September 2026 durch den Gewinn eines Preises oder Kinovorführung in den USA für die Einreichung qualifiziert hatten.