"My Wife Cries", Source: Grandfilm, DFF, © Grandfilm
Agathe Bonitzer

Ab Donnerstag im Kino: Meine Frau weint

Mit "Meine Frau weint" stellte Angela Schanelec in diesem Februar zum dritten Mal einen Film im Wettbewerb der Berlinale vor – nach "Ich war zuhause, aber…" (Silberner Bär für die Regie, 2019) und "Music" (Silberner Bär für das Drehbuch, 2023). Auch ihr neuer Film bleibt ihrer unverwechselbaren Handschrift treu und führt sie zugleich in eine neue, dialogreichere Richtung. Im Zentrum steht der Kranführer Thomas (Vladimir Vulević), dessen Ehe aus dem Lot gerät, als seine Frau Carla (Agathe Bonitzer) nach einem Autounfall versucht, offen über den Tod ihres Tanzpartners zu sprechen. Was als Versuch, offen und ehrlich zu sein, beginnt, mündet in ein stilles Auseinanderdriften: zwei Menschen, die einander nah sind und sich doch nicht verstehen. Schanelec erzählt diese Krise nicht über auserzählte Handlung, sondern über präzise gesetzte Fragmente: kurze Monologe, beiläufige Beobachtungen, Momente des Verstummens. Gedreht auf analogem Material und im engen 4:3 Format, entsteht eine Bildwelt, die die Figuren mit großer Nähe einfängt. Auf der Berlinale wurde "Meine Frau weint" als einer der markantesten Beiträge des Wettbewerbs gefeiert – gelobt für seine formale Klarheit, die Strenge der Inszenierung und die stille Wucht, mit der der Film von Sprachlosigkeit, Schmerz und der Schwierigkeit des Zusammenlebens erzählt. Ab dieser Woche ist er nun bundesweit in den Kinos zu sehen.

Aktuelles

Die FFA vergibt rund 39 Millionen Euro Referenzförderung an Produktions- und Verleihunternehmen sowie Regisseur*innen und Autor*innen. Je erfolgreicher ein Film an der Kinokasse, bei Filmpreisen und Festivals in den Vorjahren war, desto mehr Referenzpunkte sammelt er. Die erfolgreichsten Unternehmen und Filmschaffenden sind die "FFA-Branchentiger 2026".

Zum Auftakt des 26. Türkischen Filmfestivals Frankfurt/M. International präsentiert das DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum am 14. Juni Feo Aladağs "Die Fremde" in Anwesenheit der Hauptdarstellerin Sibel Kekilli. Die diesjährige Ehrenpreisträgerin des Türkischen Filmfestivals spricht vor dem Film mit Urs Spörri über ihren Werdegang.

Das DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, das derzeit die Ausstellung "W.I.M. Im Lauf der Zeit" präsentiert, hat zu den aktuellen Diskussionen um den Film "Falsche Bewegung" von Wim Wenders ein Statement veröffentlicht.

Die Kommission für Förderungen aus dem Minoritären Koproduktionsfonds hat in der dritten Förderrunde des Fonds 1.200.000 Euro an sieben Spielfilme mit minoritärer deutscher Beteiligung vergeben, darunter neue Projekte von Nikolaj Arcel, Kurdwin Ayub, Ari Folman und Ulrich Seidl. Der letzte Förderjahrgang war auf den jüngsten Filmfestspielen von Cannes mit zwei Filmen vertreten, Ryūsuke Hamaguchis "All Of A Sudden" wurde im Wettbewerb mit dem Preis für die beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.

In Erinnerung an den Regisseur und Drehbuchautor Manfred Stelzer vergibt die Deutsche Kinemathek gemeinsam mit seiner Frau Beatrice E. Stammer ab 2026 wieder jährlich den mit 5.000 Euro dotierten Manfred-Stelzer-Preis. Gesucht wird die herausragende Komödie einer oder eines Nachwuchs-Filmschaffenden. Die Verleihung findet am 20. November 2026 in der Deutschen Kinemathek statt.