"I understand Your Displeasure", Source: Real Fiction Filmverleih, DFF, © WennDann Film
Sabine Thalau, Natasa Büttner, Meho Fejzic (v.l.)

Ab Donnerstag im Kino: Ich verstehe Ihren Unmut

Kilian Armando Friedrichs Spielfilmdebüt war eine der großen Entdeckungen der diesjährigen Berlinale: "Ich verstehe Ihren Unmut" erzählt von der Endfünfzigerin Heike, die Objektleiterin in einer Reinigungsfirma ist. Der Titel deutet bereits an, in welchem Spannungsfeld sie sich bewegt, als ständige Vermittlerin zwischen Kund*innen, ihrer Unternehmensleitung und dem Reinigungspersonal, dem gegenüber sie Loyalität empfindet. Solange alles funktioniert, bleibt Heike unsichtbar wie ihre Kolleg*innen, doch wenn etwas schiefgeht, muss sie dafür geradestehen. Sie meistert ihren Job mit so viel Bestimmtheit wie Freundlichkeit – bis sie wegen einem Mitarbeiter eines Subunternehmens in einen schier unlösbaren Konflikt zwischen ihrem Verantwortungsgefühl und dem gnadenlosen Druck von oben gerät. Ganz nah bei seiner Protagonistin und packend wie ein Thriller, vermittelt "Ich verstehe Ihren Unmut" einen realistischen Einblick in die harten Bedingungen im Niedriglohnsektor – beglaubigt durch eigene Erfahrungen des Regisseurs, vor allem aber durch die Authentizität seiner Darsteller*innen, fast durchweg Laien, die im wahren Leben ebenfalls als Reinigungskräfte arbeiten. Als Heike beeindruckt isnbesondere Sabine Thalau mit einer kraftvollen, berührend facettenreichen Darstellung.

Aktuelles

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Heute Abend wurde in Berlin im Palais am Funkturm in einer Galaveranstaltung mit rund 1.900 Gästen der Deutsche Filmpreis 2026 verliehen. Mit zehn Lolas ist Mascha Schilinskis Drama "In die Sonne schauen", das unter anderem im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes mit dem Jury-Preis ausgezeichnet und später auf die Shortlist der Academy Awards gesetzt wurde, der große Sieger der Verleihung, die wie schon im letzten Jahr erneut von Christian Friedel moderiert wurde.

Die Zahl der Menschen, die 2025 in Deutschland ein Kino besucht haben, ist um 8 Prozent auf 23,4 Millionen gestiegen; dies entspricht einer Reichweite von 31 Prozent. Das bedeutet, dass 31 Prozent der in Deutschland lebenden Bevölkerung 2025 mindestens einmal ein Kino besucht haben (2024: 29 %). Gleichzeitig ist die Besuchsintensität leicht zurückgegangen: Mit durchschnittlich 3,8 Tickets je Kinobesucher*in liegt die Besuchshäufigkeit um 4 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Mit über 560.000 Euro Verleihförderung unterstützt das Medienboard Berlin-Brandenburg die Herausbringung von 17 neuen Filmen. 

Das DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum ist von Montag, 8., bis Mittwoch, 10. Juni, Gastgeber der Abschlussveranstaltung "À NOUS LE CINÉMA !" des renommierten internationalen Filmvermittlungsprojekts "Le Cinéma, cent ans de jeunesse" (CCAJ). 

In den aktuellen Förderrunden der Hessen Film & Medien fließen insgesamt über 2,4 Millionen Euro in die Bereiche Talentfilm, Main Jury, Verleihförderung, Stoffentwicklung, Medien, Festivals sowie Kinoinvestitionsförderung. Im Fokus stehen Projekte hessischer Talente sowie Produktionen, die gesellschaftliche Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven behandeln: von Coming-of-Age- und Familiengeschichten über Dokumentar- und Animationsfilme bis hin zu politischem Arthousekino.