Hans-Michael Rehberg
Hans-Michael Rehberg, geboren am 2. April 1938 in Fürstenwalde, brach seine Schulausbildung vorzeitig ab und absolvierte ein Schauspielstudium an der Essener Folkwangschule. Sein erstes Engagement erhielt er an den Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld-Mönchengladbach, gefolgt von Stationen an zahlreichen deutschsprachigen Bühnen, darunter das Wiener Burgtheater sowie das Wiener Theater in der Josefstadt und das Kölner Schauspielhaus. Mit gerade einmal 25 Jahren wurde er 1963 ins Ensemble des Bayerischen Staatsschauspiels berufen, fünf Jahre später folgte die Ernennung zum Bayerischen Staatsschauspieler. Rehberg avancierte zu einem der bedeutenden deutschen Theaterschauspieler. Im Lauf seiner Karriere stand er unter anderem am Thalia Theater Hamburg, der Freien Volksbühne Berlin, dem Schauspielhaus Zürich, den Münchner Kammerspielen und bei den Salzburger Festspielen auf der Bühne. Dabei arbeitete er mit zahlreichen renommierten Regisseuren zusammen, darunter Heinz Hilpert, Peter Zadek, Ingmar Bergman, Franz Xaver Kroetz, Michael Haneke und Claus Peymann. Zu seinen wichtigsten Bühnenrollen gehören die Titelrolle in "Baumeister Solness" (Regie: Peter Zadek), die er 1983 an der Seite seiner damaligen Frau Barbara Sukowa am Münchner Residenztheater verkörperte, sowie seine Hauptrolle in "Der verkaufte Großvater" am Münchner Volkstheater (Regie: Franz Xaver Kroetz), für die er 1999 den Gertrud-Eysoldt-Ring als Bester Schauspieler erhielt.
Neben seiner umfangreichen Theaterarbeit ist Rehberg seit Mitte der 1970er Jahre regelmäßig auch in Kino- und Fernsehproduktionen zu sehen. So gehörte er 1980 zum Ensemble von Rainer Werner Fassbinders Döblin-Verfilmung "Berlin Alexanderplatz", verkörperte den Generalbundesanwalt Siegfried Buback in Reinhard Hauffs "Stammheim" (1986), Bertolt Brecht in Klaus Maria Brandauers "Georg Elser - Einer aus Deutschland" (1989), den Auschwitz-Kommandanten Rudolph Höß in Steven Spielbergs "Schindler's List" ("Schindlers Liste", USA 1993) und den Kommissar Rätz in Romuald Karmakars "Der Totmacher" (1995).
Im Fernsehen beeindruckte er unter anderem als Großbauer in Julian Pölslers Zweiteiler "Der Schandfleck" (1999), als linientreuer DDR-Minister Fritz Streletz in Hans-Christoph Blumenbergs Doku-Drama "Deutschlandspiel" (2000), als Professor Giuseppe Borgese in Heinrich Breloers Dreiteiler "Die Manns - Ein Jahrhundertroman" (2001) sowie als skrupelloser Professor, der in einen Mord verwickelt wird, in Urs Eggers Bestseller-Verfilmung "Tod eines Keilers" (2006). In der Krimi-Reihe "Pater Braun" verkörperte Rehberg ab 2003 den Bischof Hemmelrath.
Zu Rehbergs weiteren Kinoarbeiten gehören unter anderem die Rolle des herrischen Regulators Rogul in der Sciene-Fiction-Parodie "(T)Raumschiff Surprise – Periode 1" (2004), der Psychiater van Oppelen in Oskar Roehlers Lovestory "Lulu und Jimi" (2009) und der Gerichtspräsident Kammermeier in Philipp Stölzls "Goethe!" (2010). Eine kleine, aber prägnante Rolle als zu Stein erstarrender Mann hatte er in Julian Pölslers Bestseller-Verfilmung "Die Wand" (2012). In einer Kinohauptrolle sah man Rehberg in Jan Georg Schüttes schwarzer Komödie "Leg ihn um – Ein Familienfest", die im März 2013 startete: Darin spielt er einen todkranken Familienpatriarchen, der jenes seiner Kinder zum Alleinerben machen will, das ihn von seinem Leid erlöst.
Seine letzten Kinoauftritte hatte Rehberg in Andreas Prochaskas Alpen-Western "Das finstere Tal" (2014) und in Sven Taddickens Drama "Gleißendes Glück" (2016).
Hans-Michael Rehberg starb am 7. November 2017 in Berlin.