Am vergangenen Abend, 7. Dezember 2024, wurden im Rahmen einer festlichen Gala in Luzern die 37. Europäischen Filmpreise verliehen. 1.000 internationale Gäste, Nominierte und Presenter*innen feierten im KKL Luzern am Ufer des Vierwaldstättersees die Preisträger*innen in 22 Kategorien. Der große Gewinner des Abends war "Emilia Perez" des französischen Filmemachers Jacques Audiard mit insgesamt fünf Auszeichnungen.
Das genreübergreifende Drama mit Elementen von Gangsterfilm und Musical über den Boss eines mexikanischen Drogenkartells, der nicht nur aus seinem kriminellen Leben aussteigt, sondern auch sein wahres Selbst verwirklicht und zur Frau wird, wurde mit dem Preis als Bester europäischer Film 2024 ausgezeichnet, Audiard erhielt die Preise für die Beste Regie und das Beste Drehbuch. Als Beste europäische Schauspielerin wurde Karla Sofía Gascón in der Hauptrolle ausgezeichnet. Der Preis für den Besten Schnitt war bereits im November als Teil der "Excellence Awards" an Juliette Welfling vergeben worden.
Zum Besten europäischen Schauspieler wurde Abou Sangare für das französische Drama "Souleyman's Story" gekürt, in dem er einen Asylbewerber verkörpert, dessen entscheidende Befragung bevorsteht.
"No Other Land" von Yuval Abraham, Rachel Szor, Basel Adra und Hamdan Ballal über die Vertreibung palästinensischer Bürger aus den von Israel besetzen Gebieten im Westjordanland, der bereits im Februar bei der Berlinale den Dokumentarfilmpreis erhalten hat, wurde zum Besten europäischen Dokumentarfilm gekürt.
Der Preis "European Discovery - Prix FIPRESCI ging an "Armand" (deutscher Titel "Elternabend") in der Regie von Halfdan Ullmann Tøndel, eine Koproduktion von Norwegen, den Niederlanden, Deutschland und Schweden.
Den Preis für den Besten Animationsfilm erhielt die lettisch-französisch-belgische Produktion "Flow" von Gints Zilbalodis, als Bester Kurzfilm mit dem Prix Vimeo wurde "The Man Who Could Not Remain Silent" von Nebojša Slijepčević ausgezeichnet.
Bereits gestern wurde "Three Kilometres to the End of the World" des rumänischen Regisseurs Emanuel Pârvu zum Gewinnerfilm des European University Film Award (EUFA) 2024 gekürt. Der 2016 eingeführte Preis, eine gemeinsame Initiative der European Film Academy und vom Filmfest Hamburg, wird von Studierenden aus ganz Europa vergeben.
Folgende Excellence Awards, mit denen die unterschiedlichen Filmgewerke geehrt werden, waren bereits im November bekanntgegeben worden:
European Cinematography
Benjamin Kračun für "The Substance"
European Editing
Juliette Welfling für "Emilia Pérez"
European Production Design
Jagna Dobesz für "Das Mädchen mit der Nadel"
European Costume Design
Tanja Hausner für "Des Teufels Bad"
European Make-Up & Hair
Evalotte Oosterop für "When the Light Breaks"
European Original Score
Frederikke Hoffmeier für "Das Mädchen mit der Nadel"
European Sound
Marc-Olivier Brullé, Pierre Bariaud, Charlotte Butrak, Samuel Aïchoun & Rodrigo Diaz für "Souleymane's Story"
European Visual Effects
Bryan Jones, Pierre Procoudine-Gorsky, Chervin Shafaghi & Guillaume Le Gouez für "The Substance"
Ebenfalls bereits vorher bekannt gegeben wurden die Ehrenpreise für Wim Wenders und Isabella Rossellini. Der Eurimages International Co-Production Award wurde an Labina Mitevska vergeben.
Über die European Film Academy:
Die European Film Academy hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihre 4.600 Mitglieder miteinander zu vernetzen, sie und ihre Arbeit zu unterstützen, zu würdigen und zu fördern. Ihr Ziel ist es, Wissen zu vermitteln und Zuschauende aller Altersgruppen für das europäische Kino zu begeistern. Die Academy positioniert sich als zentrale Organisation und fördert wichtige Debatten innerhalb der Branche. Sie ist bestrebt, alle Freund*innen des europäischen Kinos zusammenzubringen. Wichtiges Anliegen der Academy ist die Pflege des europäischen Filmerbes und die Einbeziehung eines jungen Publikums durch den European Film Club.
Quelle: www.europeanfilmawards.eu