Wolfgang Becker

Wolfgang Becker

Darsteller, Regie, Drehbuch, Kamera, Schnitt, Produzent
*22.06.1954 Hemer

Biografie

Wolfgang Becker wurde 1954 in Hemer/Westfalen geboren. Nach dem Abitur studierte er an der FU Berlin Germanistik, Geschichte und Amerikanistik. Danach nahm er ein weiteres Studium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie (dffb) auf, spezialisierte sich als Kameramann und assistierte Michael Ballhaus und Istvan Szabó. Mit seinem Abschlussfilm "Schmetterlinge" machte er erstmals auf sich aufmerksam. Die Adaption einer Geschichte des britischen Autors Ian McEwan gewann den Student Film Award (i.d. Oscar für den besten Studentenfilm) in Hollywood, den Goldenen Leoparden des Filmfestivals Locarno sowie den Preis des Saarländischen Ministerpräsidenten beim Max-Ophüls-Festival 1988. Nach dem mit Begeisterung aufgenommenen Tatort "Blutwurstwalzer" (1991), drehte Becker mit dem Kindheitsdrama "Kinderspiele" (1992) ein überdurchschnittliches Fernsehspiel, das auch im Kino ausgewertet wurde.

1997 feierte "Das Leben ist eine Baustelle" auf der Berlinale seine Premiere und wurde zu einem bemerkenswerten Erfolg in den Kinos. Der Film brachte Jürgen Vogel, der einen unglücklich verliebten Tagträumer spielt, das Filmband in Gold beim Deutschen Filmpreis ein. Zugleich war es der erste Film der Firma "X Filme", die Becker mit Tom Tykwer, Dani Levy und Stefan Arndt als alternatives Produktions- und Verleihmodell gegründet hatte. 2001/2002 drehte Becker den Spielfilm "Good Bye, Lenin!", der 2003 mit immensem Erfolg in den deutschen Kinos startete, auch international große Anerkennung fand und mit neun Deutschen Filmpreisen ausgezeichnet wurde.

Als Darsteller war Becker 2007 in Dani Levys Satire "Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler" zu sehen, in dem er einen KZ-Kommandanten spielt. Erst bei "Deutschland "09 - 13 kurze Filme zur Lage der Nation" (2009) war er dann wieder als Regisseur aktiv. Der Episodenfilm, ein Großprojekt mehrerer bedeutender Regisseure, die auf unterschiedliche filmische Weise ihre Wahrnehmungen von Deutschland präsentieren, feierte bei der Berlinale 2009 Premiere.

Erst zehn Jahre nach dem Welterfolg von "Good Bye, Lenin!" nimmt Becker erneut einen abendfüllenden Spielfilm in Angriff: Die Romanverfilmung "Ich & Kaminski" nach Daniel Kehlmann erzählt von einem selbstgefälligen Journalisten, der mit einem greisen, blinden Künstler zu einer ereignisreichen Reise durch Europa aufbricht.

Filmografie

2013-2015 Ich und Kaminski
Regie, Co-Autor, Produzent
 
2008/2009 Deutschland '09 - 13 kurze Filme zur Lage der Nation
Regie, Drehbuch
 
2006/2007 Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler
Darsteller
 
2006 Ernst Lubitsch in Berlin
Mitwirkung
 
2002-2005 Wer ist Helene Schwarz?
Mitwirkung
 
2002 Freitagnacht
Künstlerische Oberleitung
 
2001-2003 Good Bye, Lenin!
Regie, Drehbuch
 
2000 Stundenhotel
Regie
 
1999/2000 Paul Is Dead
Regie (Sonstiges)
 
1995-1997 Das Leben ist eine Baustelle
Darsteller, Regie, Drehbuch
 
1994/1995 Die Nacht der Regisseure
Mitwirkung
 
1993/1994 Alles auf Anfang
Darsteller
 
1991/1992 Kinderspiele
Regie, Drehbuch, Schnitt
 
1991 Blutwurstwalzer
Regie
 
1990 Alles offen
Kamera
 
1990 Nicht mit uns
Regie
 
1988/1989 Sturzflug
Kamera
 
1987/1988 Schmetterlinge
Regie, Drehbuch, Schnitt
 
1984 Old Man River
Kamera
 
1983/1984 Ediths Tagebuch
Kamera-Assistenz, Standfotos