Werkschau "Pohlandfilm" im Zeughauskino

Vom 3. bis zum 21. Dezember 2014 präsentiert das Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums die Werkschau "Pohlandfilm".

Der 1934 geborene und am 17. Mai 2014 verstorbene Hansjürgen Pohland ist eine zentrale Figur in der Frühzeit des Jungen Deutschen Films. Als das – von ihm mitunterzeichnete – Oberhausener Manifest im Februar 1962 verkündet wird, produziert er bereits sein zweites abendfüllendes Werk: "Das Brot der frühen Jahre", die erste Adaption eines Buchs von Heinrich Böll. Die von Jan Gympel kuratierte Werkschau Pohlandfilm stellt zum ersten Mal das umfangreiche Schaffen des Berliner Produzenten, Regisseurs, Drehbuchautoren und Kameramanns vor.

Während andere noch redeten, planten und forderten, machte Hansjürgen Pohland schon Filme, als der mit Abstand rührigste bundesdeutsche Nachwuchsproduzent in der ersten Hälfte der 1960er Jahre. Mit seinen Firmen Hansjürgen Pohland Filmproduktion und modern art film gmbh förderte er auch Nachwuchstalente wie Michael Klier, Jürgen Jürges oder Robert van Ackeren. Für seine 1967 uraufgeführte und von ihm auch inszenierte Günter-Grass-Adaption "Katz und Maus" wurde Pohland von Freunden wie Feinden des Schriftstellers angegriffen, sein Schaffen danach nur noch wenig beachtet. 1980 inszenierte er seinen letzten Spielfilm, anschließend war Pohland fast nur noch als Koproduzent tätig.

Mitverursacht durch die jahrzehntelange Geringschätzung und Ignoranz, existierte bis vor kurzem nicht einmal eine ordentliche Filmografie von Pohlands ebenso umfangreichem wie unübersichtlichem Schaffen. Auch von vielen abendfüllenden Filmen sind keine vorführfähigen Kopien verfügbar. So ist die Werkschau Pohlandfilm zwar notgedrungen lückenhaft, dank der Unterstützung der Deutschen Kinemathek vermag sie jedoch mit vielen Raritäten einen Einblick zu geben in die weitgehend vergessene Arbeit eines wichtigen Protagonisten der deutschen Filmgeschichte vor allem in den 1960er Jahren.

Quelle und weitere Informationen: www.dhm.de