"Made in Germany – Förderpreis Perspektive" für Janna Ji Wonders

Die deutsche Uhrenmanufaktur Glashütte Original, Co-Partner der 66. Berlinale, und die Sektion Perspektive Deutsches Kino haben am Freitagabend zum fünften Mal den "Made in Germany – Förderpreis Perspektive" für junge Filmemacher vergeben.

Der mit 15.000 € dotierte Preis ist ein Stipendium zur Drehbuchentwicklung und wird von der sächsischen Uhrenmanufaktur gestiftet. Darüber hinaus wird die Gewinnerin von einem Mentor in ihrer weiteren Projektentwicklung begleitet. Bisher konnten sich Annekatrin Hendel, Jan Speckenbach, ex aequo Sandra Kaudelka und Sebastian Mez, und Oskar Sulowski über die hochdotierte Drehbuchförderung freuen.

Unter allen eingereichten Projekten, deren Autoren im Vorjahr einen Film in der Perspektive Deutsches Kino zeigten, wählten die Juroren Sandra Hüller (Schauspielerin), Ingo Haeb (Drehbuchautor und Regisseur) und Martin Heisler (Produzent) das Treatment "Walchensee Forever" von Janna Ji Wonders (Co-Autor Nico Woche) aus. Gemeinsam mit dem Preisgeld des "Made in Germany – Förderpreis Perspektive" erhielt die Gewinnerin eine Statuette, die in der manufaktureigenen Uhrmacherschule von Glashütte Original gefertigt wurde.

Die Sektionsleiterin Linda Söffker eröffnete die festliche Veranstaltung und begrüßte die Juroren auf der Bühne. Sandra Hüller verlas die Jurybegründung und die Jury überreichte die Statuette an die überglückliche Gewinnerin Janna Ji Wonders.

Die Begründung der Jury im Wortlaut:
"Den Stoff 'Walchensee Forever' von Janna Ji Wonders zeichnet ein liebevoller, kluger und sehr genauer Blick auf die eigene Familiengeschichte aus. Dabei verschwindet die Autorin nicht in ihrem eigenen Stoff, obwohl sie Tochter und Enkelin der Protagonistinnen ist.

Für uns als Jury steht das Projekt auch exemplarisch dafür, dass sich jemand unmittelbar seiner eigenen Geschichte stellen will, obwohl dieser Prozess durchaus auch schmerzhaft sein kann – das ist mutig und nimmt den Zuschauer mit auf eine intime Reise.

Das Café am Walchensee ist der zentrale Punkt einer weltweiten Sinnsuche. Ein Ort, der Heimat ist und gleichzeitig das Versprechen der Fremde und der Utopie abbildet, da dort Menschen aus der ganzen Welt zu Besuch sind und ihre Lebensmodelle mit im Gepäck haben. So wie die beiden Schwestern, die vom Café am Walchensee aus zu einer fortdauernden Sinnsuche aufbrachen. Vom San Francisco der Flower-Power-Ära über das Höhlenleben auf einer griechischen Insel bis zum Harem einer deutschen Kommune spannt der Film Bögen zwischen diesen unterschiedlichen Lebenswelten, die alle Teil der gelebten Biographien der Protagonistinnen sind.

Beim Lesen sind wir in Anbetracht der Probleme, Möglichkeiten und des Mutes der Protagonistinnen zwischen Mitleid und Neid hin und her geschwankt – eine emotionale Reise, die uns sehr fasziniert hat.

Wir haben die Hoffnung, dass die Autorin und Regisseurin die Balance zwischen Nähe und Distanz, die dem Treatment inne liegt, auch im Film halten kann."

Biografische Angaben zu Janna Ji Wonders
Geboren in Mill Valley, Kalifornien und aufgewachsen am bayerischen Walchensee. Neben ihrem Studium an der HFF München realisierte sie Kurzfilme und führte auch bei vielen Musikvideos Regie. Ihre Dokumentarfilme "Bling Bling" über die Gangster-Rap-Szene in L.A. und "Kinder der Schlafviertel" über Punks in Moskauer Vorstädten liefen auf internationalen Festivals und wurden mehrfach ausgezeichnet.

Quelle: www.berlinale.de