Sven Taddicken

Sven Taddicken

Darsteller, Regie, Drehbuch, Schnitt
*1974 Hamburg

Biografie

Sven Taddicken, geboren 1974 in Hamburg, studierte von 1996 bis 2002 am Fachbereich Regie/Szenischer Film der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Bereits während des Studiums realisierte Taddicken mehrere preisgekrönte Filme, so den 15-minütigen "El Cordobes", der 1999 u.a. auf dem Filmfest Dresden mit dem nationalen Kurzfilmpreis ausgezeichnet wurde. Ein Jahr später entstand "Schäfchen zählen", ebenfalls ein Kurzfilm, der im Jahr 2000 eine Nominierung für den Studentenoscar erhiet.

Für seinen ersten abendfüllenden Spielfilm "Mein Bruder der Vampir" (2001), ebenfalls preisgekrönt, standen Julia Jentsch, Alexander Scheer und Marie-Luise Schramm vor der Kamera. Der Film erzählt die Geschichte eines geistig behinderten jungen Mannes, der seine Sexualität entdeckt. Taddickens Abschlussfilm an der Filmakademie mit dem Titel "Einfach so bleiben" wurde mit dem Deutschen Kurzfilmpreis in Gold ausgezeichnet. 2004 wurde Taddicken für ein Stipendium der Berliner Akademie der Künste ausgewählt und ist seither auch Mitglied der Deutschen Filmakademie.

Ein großer Erfolg gelang ihm auch mit seinem zweiten Kinofilm "Emmas Glück" (2006), über eine eigenbrötlerische Schweinezüchterin (Jördis Triebel), auf deren Hof es einen todkranken Autoverkäufer (Jürgen Vogel) verschlägt. Der Film wurde auf einer Reihe internationaler Festivals preisgekrönt und erhielt vier Nominierungen für den Deutschen Filmpreis, unter anderem als Bester Film; Hauptdarsteller Jürgen Vogel erhielt einen Bayerischen Filmpreis.

Danach beteiligte Taddicken sich an dem Kompilationsfilm "Jung, frech, verliebt" (2006) und inszenierte einen von drei Handlungssträngen des episodischen Films "1. Mai" (2006-2008), über die sich kreuzenden Lebenswege unterschiedlicher Charaktere während der 1.-Mai-Krawalle in Berlin. Außerdem führte er bei dem TV-Krimi "Braams: Kein Mord ohne Leiche" (2008) Regie. Beim Münchner Filmfest 2009 feierte "Zwölf Meter ohne Kopf" Premiere, ein satirisch angehauchter Piratenfilm über das Leben des legendären Freibeuters Klaus Störtebeker (Ronald Zehrfeld).

2014 war Taddicken als eine Art künstlerischer Berater und Mentor des Regisseurs Simon Mukali an dem in Kenia spielenden, mehrfach preisgekrönten Polit- und Gesellschaftsdrama "Veve" (2014) beteiligt.

Beim Filmfest München feierte im Juni 2016 schließlich Taddickens nächste eigene Regiearbeit Premiere: Das Liebesdrama "Gleißendes Glück", eine Verfilmung des Romans von A.L. Kennedy. Kurz darauf erhielt "Gleißendes Glück" beim Filmfestival von Karlovy Vary den FIPRESCI Preis und den Europa Cinemas Label Award. Im Oktober 2016 startete der Film in den deutschen Kinos.

Filmografie

2015/2016 Gleißendes Glück
Regie, Drehbuch
 
2014 Veve
Regie (Sonstiges)
 
2013/2014 Geschützter Raum
Darsteller
 
2013 Mit Du
Schnitt
 
2009/2010 Renn, wenn du kannst
Darsteller
 
2008/2009 Zwölf Meter ohne Kopf
Regie, Idee
 
2008 Braams: Kein Mord ohne Leiche
Regie
 
2006-2008 1. Mai
Regie
 
2006 Jung, frech, verliebt
Regie, Drehbuch, Schnitt
 
2005/2006 Emmas Glück
Regie
 
2002 Einfach so bleiben
Regie, Drehbuch, Schnitt
 
2001 Mein Bruder der Vampir
Regie
 
1999 Schäfchen zählen
Regie
 
1998 Ice Cream
Regie
 
1998 El Cordobés
Regie, Drehbuch, Schnitt
 
1997 Whodunit?
Regie