"Luisa", Source: Real Fiction Filmverleih, DFF
Celina Scharff, Hadi Khanjanpour (v.l.)

Neu im Kino: Luisa

Was bedeutet Selbstbestimmung, wenn andere über dein Leben wachen und man in einem Schutzraum lebt, der anfällig für Missbrauch ist? In ihrem eindringlichen Spielfilm "Luisa" nähert sich Julia Roesler diesen Fragen mit großer Sensibilität und erzählerischer Klarheit. Im Zentrum steht eine junge Frau namens Luisa (Celina Scharff), die in einer betreuten Wohngruppe für Menschen mit Behinderung lebt und sich nach Nähe, Eigenständigkeit und einem Platz in der Welt sehnt. Als Luisa plötzlich schwanger ist, und niemand erklären kann, wie es dazu kam, gerät ihr Alltag aus dem Gleichgewicht. Kam es zu sexuellem Missbrauch? Womöglich durch einen Betreuer? Luisa schweigt – und genau dieses Schweigen wird zum Zentrum eines beklemmenden Dramas. Roesler entwickelt daraus eine Geschichte, die ein real existierendes Problem sexueller Gewalt aufgreift und weit über den Einzelfall hinausweist. Mit großer Sensibilität und einem inklusiven Ensemble nähert sich der Film damit einem verdrängten Thema: der unsichtbaren Gewalt gegen besonders Schutzbedürftige, wenn hinter der scheinbar unbeschwerten Fassade einer Wohngruppe Strukturen bestehen, die Sicherheit versprechen und zugleich verletzlich machen. Dabei verzichtet "Luisa" auf einfache Antworten und zeichnet stattdessen ein vielschichtiges Bild über die Spannungsfelder zwischen Fürsorge und Kontrolle, Vertrauen und Macht.

Aktuelles

Es ist fünf vor zwölf für das deutsche Filmerbe. Gemeinsam mit seinen Partnern vom Deutschen Kinematheksverbund richtet daher das DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum einen eindringlichen Appell an die Politik von Bund und Ländern.

Mit 4,7 Milliarden Euro haben die Ausgaben für Home Video und Kino 2025 einen neuen Höchstwert erreicht. Der Zuwachs von 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ist das Ergebnis steigender Ausgaben für SVoD-Abonnements und Kinobesuche. Im reinen Home Video Markt (insgesamt 3,7 Mrd. Euro) bleiben kostenpflichtige Abonnements (SVoD) das stärkste Segment; die Ausgaben überschreiten erstmals die 3-Milliarden-Euro-Marke. Mit einem Plus von 4 Prozent wachsen die Ausgaben für SVoD allerdings deutlich langsamer als in den Vorjahren (2024: 11 %, 2023: 13 %).

Der FFF Bayern fördert Monsanto, eine internationale Koproduktion für Netflix mit Starbesetzung. Der Spielfilm wird in Bayern produziert und größtenteils auch dort gedreht. Über die Förderempfehlung in Höhe von 500.000 Euro entschieden hat gestern der Ausschuss des FFF Förderprogramms für internationale Filme und Serien.

Die European Film Academy erweitert die Liste der "Treasures of European Film Culture" um weitere 10 Orte. Mit diesen Treasures würdigt die Akademie Orte von symbolischer Bedeutung für das europäische Kino – Orte von historischem Wert, die nicht nur heute, sondern auch für künftige Generationen erhalten und geschützt werden müssen.

In ihrer ersten Sitzung des Jahres hat die Förderjury für Kinderfilme 1.160.000,00 Euro Produktionsförderung für zwei Langfilme und 40.000 Euro für einen Kurzfilm vergeben. Drei Projekte erhielten 233.468,40 Euro Projektentwicklungsförderung, ein Drehbuch wurde mit 50.000 Euro und zwei Treatments mit zusammen 35.000 Euro gefördert. Insgesamt wurden 1.518.468,40 Euro Förderung für neun Kinderfilmprojekte im Entwicklungs- oder Produktionsstadium zugesagt.