"Das Glück der Tüchtigen", Source: Cologne Cine Collective, DFF, © Mizzi Stock Entertainment, 2 Pilots Filmproduction, Photo: Martin Rottenkolber
Katharina Derr

Ab Donnerstag im Kino: Das Glück der Tüchtigen

In "Die Liebe der Kinder" zeichnete Franz Müller 2009 das feinfühlige Porträt einer erst entstehenden Patchwork-Familie. 16 Jahre später hat er seine Figuren von damals wieder aufgesucht - eine Fortsetzung des alten Films ist "Das Glück der Tüchtigen" allerdings nur bedingt: Zuviel hat sich verändert, Maren (Marie-Lou Sellem) und Robert (Alex Brendemühl) sind lange schon wieder getrennt, und der Fokus liegt nun ganz auf Marens Tochter Mira (Katharina Derr), inzwischen Anfang 30: Sie hat eine harmonische Beziehung mit ihrem Mann Tarik, zwei kleine Töchter und vor kurzem die Leitung eines Supermarkts übernommen. Alles perfekt also? Leider nicht für lange: Ein Privatkredit, den Robert ihr gegeben hat, führt zu ungeahnten Verwicklungen, denn Tarik steckt das Geld in einen Kryptofonds und verliert über Nacht alles. Aus Scham verschweigt Mira den Verlust, doch eine Lüge ergibt die nächste, und so verstrickt sie sich immer mehr in ihrem eigenen Konstrukt. Während Robert an seine Großzügigkeit auch Erwartungen knüpft und Maren sowieso alle Entscheidungen ihrer Tochter in Frage stellt, beginnt Miras heile Welt zu zerbröseln… Franz Müller erzählt das so unaufgeregt wie zu Herzen gehend, mit beiläufigem Humor und voller Empathie – und ihm gelingt das Kunststück, in dieser lebensnahen Geschichte vom Geben und Nehmen eine scharfsinnige Parabel auf den Kapitalismus zu verstecken.

Aktuelles

Die zweite Runde der FFA-Kinoförderung in diesem Jahr endete mit Förderbescheiden für insgesamt 87 Projekte, darunter eine Neuerrichtung. Das Gesamtvolumen der geförderten Maßnahmen beträgt 3.295.894,35 Euro.

Kommende Woche ist es wieder soweit: Am Dienstag, 21. April, startet die 26. Ausgabe von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films. Acht weitere Deutschlandpremieren komplettieren das Wettbewerbsprogramm.

Neue Filme von Sebastian Schipper, Helene Hegemann, Jan-Ole Gerster und Uisenma Borchu erhalten nach der jüngsten Sitzung der Jury für Spielfilm 2.300.000 Euro Produktionsförderung. Mit zusammen 245.000 Euro Projektentwicklungsförderung werden drei weitere Projekte für die Produktion vorbereitet. Insgesamt förderte die Jury somit sieben Spielfilmprojekte mit insgesamt 2.545.000 Euro. 

Der Vergabeausschuss der nordmedia hat in der ersten Förderrunde 2026 Fördermittel in Höhe von rund 3 Millionen Euro bewilligt. Insgesamt 45 Projekte aus den Bereichen Film, Fernsehen, Games und Talentförderung wurden unterstützt – von der Stoffentwicklung bis zur Produktion.

Mario Adorf ist tot. Wie der "Spiegel" meldete, ist der Schauspieler nach kurzer Krankheit gestern in Paris gestorben.