"Biermann", © Majestic, Sebastian Ganschow, Bernd Fischer; Photo in the background: © Roger Melis
Wolf Biermann

Neu im Kino: Biermann

Er war unbequem und charismatisch – und wurde mit seinen Liedern zu einer Stimme, die man nicht zum Schweigen bringen konnte. Wolf Biermann, der Liedermacher und Dichter aus Hamburg, zog 1953 in die DDR, überzeugt von der Idee eines "gerechteren" Deutschlands. Doch aus dem überzeugten Kommunisten wurde bald einer der schärfsten Kritiker des Regimes. Mit seinen Liedern und Gedichten traf Biermann einen Nerv. Er sprach aus, was andere nur dachten, und legte sich mit einem Staat an, der Widerspruch nicht duldete. 1976, nach einem Konzert in Westdeutschland, wurde ihm die Rückkehr in die DDR verweigert. Die Ausbürgerung löste einen Sturm der Empörung aus – und wurde zu einem Wendepunkt für eine ganze Generation. Doch wer ist der Mensch hinter der öffentlichen Figur? Was treibt einen Künstler an, der sich ein Leben lang mit Macht, Freiheit und den eigenen politischen Überzeugungen auseinandersetzt? Jens Meurers Dokumentarfilm "Biermann" porträtiert einen Künstler, der nie aufgehört hat, sich einzumischen. Zugleich blickt er hinter die Ikone und zeigt einen Mann voller Widersprüche: politischer Überzeugungstäter und Freigeist, Provokateur und Poet, Egozentriker und leidenschaftlicher Demokrat. Meurers Film ist ein sehr persönliches Porträt über einen Jahrhundertzeugen und über Kunst als Widerstand, bei dem immer auch die Frage mitschwingt, wie viel Freiheit ein Mensch braucht, um sich selbst treu zu bleiben.

Aktuelles

Die Produzentin von Publikumserfolgen wie "Ich war noch niemals in New York" wurde 82 Jahre alt.

Auch die 86. Auswahlkommission des Kuratoriums junger deutscher Film, die am 19. und 20. Oktober 2026 tagte, profitierte von der gestärkten finanziellen Ausstattung der Länder und des Bundes. Mit insgesamt 22 Talentfilmprojekten können so viele neue filmische Stimmen gefördert werden wie noch nie zuvor. Die Gesamtfördersumme umfasst 3.174.025 Euro, die von der unabhängigen Jury auf zehn Projektentwicklungen (467.025 €) und zwölf Produktionsförderungen (2.707.000 €) verteilt wurden.

Im Rahmen der Jüdischen Filmtage Frankfurt zeigt das Kino des DFF – Deutsches Filmmuseum & Filminstitut am kommenden Sonntag, 1.11., um 17:30 Uhr den Spielfilm "Block 10". Zum anschließenden Gespräch sind Regisseur Marcus O. Rosenmüller, Schauspieler Christian Berkel und Buchautorin Alice Brauner zu Gast.

Gestern Abend ist die Schauspielerin Elke Sommer in ihrer Wahlheimat USA verstorben. Sie wurde 85 Jahre alt.

Vom 30. Oktober bis zum 20. Dezember 2026 zeigt das Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums die Retrospektive "Heim Weh - Der neue westdeutsche Heimatfilm der 1970er und 1980er Jahre".