Willy A. Kleinau

Willy A. Kleinau

Weitere Namen: Willy Adolf Kleinau (Geburtsname)
Darsteller
*12.11.1907 Mühlhausen, Elsass (heute Mulhouse, Frankreich); †18.10.1957 bei Merseburg

Biografie

Willy Adolf Kleinau, geboren am 12. November 1907 in Mühlhausen im Elsass (heute Mulhouse), absolviert bis 1932 seine schauspielerische Ausbildung bei Louise Dumont, Direktorin der Schauspielschule in Düsseldorf. Hier unternimmt er auch erste Versuche als Regisseur, Dramaturg am städtischen Theater sowie in einigen kleineren Rollen als Schauspieler. Die Liste seiner weiteren Arbeitsorte ist lang, verschiedene Engagements führen ihn nach Villingen, Bad Godesberg, München, Konstanz, Potsdam, Wuppertal und Göttingen.

Nach Kriegsende gründet er in Bremen ein Theater, nimmt weitere Engagements in Hamburg an und wird 1949 von Bertolt Brecht nach Berlin geholt, den Kleinaus Darbietung des Puntila in "Puntila und sein Knecht Matti" in Hamburg begeistert. Bis zu seinem Tod wird Kleinau in Berlin sowohl im Berliner Ensemble als auch am Deutschen Theater und an der Volksbühne spielen.

1949 ist auch das Jahr, in dem seine Filmkarriere bei der DEFA beginnt. In seinem Debütfilm "Die blauen Schwerter" (1949) von Wolfgang Schleif spielt er August den Starken. Er zeigt sein Talent als SS-Standartenführer Hans Peter Footh in "Das Beil von Wandsbek" (1951) von Falk Harnack oder als mordender Hofgoldschmied Cardillac in Eugen Yorks "Das Fräulein von Scuderi" (1955) nach einer Kriminalerzählung von E.T.A. Hoffmann. Neben weiteren sozialkritischen Filmen spielt Kleinau auch in komödiantischen Inszenierungen mit, zum Beispiel in "Zar und Zimmermann" (1956) unter der Regie von Hans Müller oder in Herbert Ballmanns Märchenfilm "Der Teufel vom Mühlenberg" (1955). Hier agiert der beliebte Schauspieler als raffgieriger Mühlmann, der gemeinsam mit dem Burgvogt Raufer und dem Dorfschulzen Bangebös eine Waldmühle in Brand setzt, zu der die Bauern ihr Korn bringen – später verwandelt er sich wegen seiner Hartherzigkeit in einen Stein.

Allerdings wird auch Kleinaus Karriere von den Schwierigkeiten der deutsch-deutschen Situation im Kalten Krieg überschattet: der Anfang 1957 begonnene Film "Die Schönste" unter der Regie von Ernesto Remani wird am 17. März 1959 nach zahlreichen Komplikationen und Diskussionen verboten. Kritikpunkte sind vor allem die positive Bewertung des Westens und die Darstellung des kleinbürgerlichen Arbeiterhaushalts. Erst im Jahr 2002 kann der Film uraufgeführt werden.

Nach einem Autounfall stirbt Willy A. Kleinau kurz vor seinem 50. Geburtstag am 18. Oktober 1957 bei Merseburg.

Die Ausstattung dieser Personenseite wurde durch die DEFA-Stiftung gefördert.

Filmografie

1962 Musikalisches Rendezvous
Darsteller
 
1959 Reifender Sommer
Darsteller
 
1957 Frühling in Berlin
Darsteller
 
1957 Die Schönste
Darsteller
 
1956/1957 Spielbank-Affäre
Darsteller
 
1956/1957 Wie ein Sturmwind
Darsteller
 
1956 Der Hauptmann von Köpenick
Darsteller
 
1956 Was die Schwalbe sang
Darsteller
 
1956 Mein Bruder Josua
Darsteller
 
1955/1956 Waldwinter
Darsteller
 
1955/1956 Das Bad auf der Tenne
Darsteller
 
1955 Liebe, Tanz und 1000 Schlager
Darsteller
 
1955 Das Fräulein von Scuderi
Darsteller
 
1955 Zar und Zimmermann
Darsteller
 
1954/1955 Der Teufel vom Mühlenberg
Darsteller
 
1954/1955 Ein Polterabend
Darsteller
 
1954 Carola Lamberti - Eine vom Zirkus
Darsteller
 
1953/1954 Gefährliche Fracht
Darsteller
 
1953/1954 Kein Hüsung
Darsteller
 
1952/1953 Die Unbesiegbaren
Darsteller
 
1951/1952 Schatten über den Inseln
Darsteller
 
1951/1952 Karriere in Paris
Darsteller
 
1951/1952 Roman einer jungen Ehe
Darsteller
 
1950/1951 Das Beil von Wandsbek
Darsteller
 
1949/1950 Der Rat der Götter
Darsteller
 
1949 Die blauen Schwerter
Darsteller
 
1949 Schicksal aus zweiter Hand
Darsteller
 

Übersicht

Fotogalerie

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Literatur

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