Seitenwechsel

Deutschland 2014-2016 Spielfilm

Inhalt

Es läuft nicht gut in der Ehe von Alex und Teresa. Der leidenschaftliche Fußballtrainer und die sensible Psychotherapeutin haben nach 15 Jahren Ehe kaum noch Verständnis für die Bedürfnisse und die alltäglichen Nöte des anderen. Immer häufiger kommt es zu Streit. Sogar eine Scheidung scheint nicht mehr ausgeschlossen. Dann aber geschieht etwas Unglaubliches: Als die beiden sich während eines heftigen Gewitters wieder einmal zanken und gegenseitig verfluchen, tauschen sie auf einmal die Körper. Fortan geht Alex als Frau durchs Leben und Teresa ist im Körper ihres fußballvernarrten Ehemanns gefangen. Notgedrungen müssen die beiden nun versuchen, die Rolle des jeweils anderen auszufüllen. Das führt zu manch einer chaotisch-verwirrenden Situation.

 

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Heinz17herne
Heinz17herne
Im Jahr 2000 lernen sich der zu spontanen Aktionen neigende Fußballspieler Alex Paschke (mit „Matte“, Karohemd und Bierpulle nicht wirklich ein Objekt weiblicher Begierde: Wotan Wilke Möhring) und die eher bedächtig-zurückhaltende Medizinstudentin Teresa, die Psychotherapeutin werden will, kennen – in einer Disco. Dass es blitzartig zwischen beiden funkt, kann nicht gerade behauptet werden. Aber Alex geht 'ran wie ein Mittelstürmer und netzt schneller ein, als Teresa denken kann. Geheiratet wird in allerletzter Minute – was die bevorstehende Geburt ihres Kindes betrifft.

16 Jahre später ist Teresa eine gefragte Psychotherapeutin, während Alex gerade seine aktive Karriere als Kicker beim 1. FC Union Berlin beendet hat und Trainer an der Alten Försterei wird. Tochter Julia ist beinahe flügge und hängt lieber mit einer Freundin ab als sich auf die Schularbeiten zu konzentrieren. Wofür Papa Alex vollstes Verständnis hat eingedenk der eigenen Schwächen seinerzeit nicht nur in Mathematik. Außerdem plagen ihn ganz andere Sorgen: Sein Team ist akut abstiegsgefährdet.

Auch Teresa hats nicht leicht in ihrem Beruf – vor allem mit dem Patienten Leonard Ritter (einmal mehr grandios: Frederick Lau). Der gleich unter mehreren Phobien leidet, weshalb er nicht in der Lage ist, die von ihm heimlich angebetete Frau anzusprechen. Und sich stattdessen wie eine Klette an seine Therapeutin hängt – beinahe rund um die Uhr. Weil auch sexuell schon länger kaum noch etwas zwischen ihnen läuft, versuchen es Teresa und Alex mit einer Paartherapie – und stürzen ihre beiden Kollegen von einer Verlegenheit in die andere, sodass diese am Ende ihres Lateins selbst die Scheidung empfehlen.

Was sich Alex durchaus vorstellen kann, zumal die attraktive PR-Frau des Vereins, Jenny, auch nichts dagegen hätte. Und dann krachts drinnen, als Teresa eine Party ihrer Tochter platzen lässt, und draußen, als ein heftiger Gewittersturm aufkommt. Am anderen Morgen rasseln die Wecker: Teresa steckt plötzlich im Körper von Alex – und umgekehrt. Was nicht nur Tochter Julia irritiert. Was tun? Aus der Fußball-Hasserin wird eine Trainerin im mörderischen Abstiegskampf und aus dem Macho ein wenig zartfühlender Ratgeber für den gehemmten Leonard.

Teresa lernt nicht nur das breitbeinig-gockelhafte Umherstolzieren, sondern auch das einfach gestrickte Sexualleben eines Kerls kennen. Kriegt einen Ständer in der Mannschaftsumkleide und lässt sich von Freundin „Peggy“ Rebecca (die brave Friederike Kempter kann auch anders) einen blasen. Da die Gags in den nun folgenden der insgesamt hundert Film-Minuten häufig ein unterirdisches Format zwischen spätpubertären Scherzen und abgedroschenen Altherrenwitzen erreichen, seien mir nähere Schilderungen erlassen. Jedenfalls gewinnen beide überraschende Einsichten in den (Berufs-) Alltag des jeweils anderen, was der Fortsetzung ihrer Beziehung äußerst förderlich ist, nachdem erneut der Blitz eingeschlagen hat und Alex endlich wieder im Stehen pinkelt – auf dem Männerklo versteht sich.

„Seitenwechsel“ funktioniert als Berliner Komödie mit einigem Lokalkolorit (Gleisdreieck-Park) trotz besagter grottiger Gags, die offenbar dazugehören müssen beim koproduzierenden Prekariats-Sender, ganz ordentlich. Was in erster Linie einem überdurchschnittlichen Cast zu verdanken ist, unbedingt noch zu nennen Axel Stein als akribischer Assistenztrainer Moritz, Devid Striesow als intriganter Club-Manager Möller, Jimi Blue Ochsenknecht als aufstrebender, vor dem gegnerischen Tor aber viel zu ängstlicher Spieler Andy (und Freund Julias), Lisa Tomaschewsky als attraktive Spielerfrau Sylvie, die glauben muss, ein lesbisches Rendezvous mit „Teresa“ zu erleben im Promi-Bereich der Alten Försterei sowie Leopold Hornung als aufdringlicher Boulevardreporter Rudi.

„Mich reizt es natürlich, 'mal eine Frau zu spielen“, sagt Wotan Wilke Möhring im Warner-Presseheft, der eben keinen billigen „Charleys Tante“-Aufguss spielt wie mancherorts zu lesen war. „Wir müssen darauf achten, dass wir das richtige Maß treffen. Es geht also nicht um homosexuelle Klischees. Ich spiele eine konkrete Figur, Teresa, eine sehr vernünftige Wissenschaftlerin. Der Kontrast ergibt sich eher durch die unterschiedlichen Berufe – er ist ein schlichter Fußballer, sie ist die analytische Akademikerin und Medizinerin. Mit diesen Klischees spielen wir. Als Analytikerin im Körper des Trainers merke ich (als Teresa) erstmals, wie kompliziert Fußball ist. Und Alex geht in Teresas Körper ganz unbedarft in ihre Praxis und begreift zunächst überhaupt nicht, dass die Patienten unter sehr komplexen Problemen leiden – er wischt das alles spontan vom Tisch. Für mich persönlich war es das Schwierigste, eine Frau zu spielen, die keine Ahnung von Fußball hat.“

Nach ihrem großen Debüterfolg „Heute bin ich blond“ ist „Seitenwechsel“ erst das zweite Drehbuch von Katharina Eyssen – und das erste, dass sie mit ihrer Mutter Vivian Naefe verfilmte. Für Wotan Wilke Möhring ist die am 11. September 2018 auf SAT.1 erstausgestrahlte Komödie bereits die siebte Zusammenarbeit mit der Erfolgsregisseurin – im siebten Jahr.

Pitt Herrmann

Credits

Alle Credits

Regie

Regie-Assistenz

Continuity

Farbkorrektur

Standfotos

Beleuchter

Szenenbild

Außenrequisite

Bühne

Kostüme

Schnitt

Ton-Assistenz

Casting

Darsteller

Co-Produzent

Producer

Herstellungsleitung

Produktionsleitung

Produktions-Koordination

Dreharbeiten

    • 14.05.2014 - 01.07.2014: Berlin
Länge:
101 min
Format:
16:9
Bild/Ton:
Farbe, Dolby
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 26.02.2016, 158085, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Kinostart (DE): 02.06.2016

Titel

  • Originaltitel (DE) Seitenwechsel
  • Weiterer Titel (DE) Und ich bin du

Fassungen

Original

Länge:
101 min
Format:
16:9
Bild/Ton:
Farbe, Dolby
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 26.02.2016, 158085, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Kinostart (DE): 02.06.2016