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Von Mariä Verkündigung bis Christi Himmelfahrt – das schwarz-weiße Biopic folgt der "greatest story ever told" streng chronologisch. Doch verfremdet es sie in bester Stummfilmtradition mit exaltierten und expressionistischen Mitteln: Das Jesuskind ist bereits pränatal ein langer Lulatsch; die Heilige Familie innerlich zerstritten; Satan ein Verführer, der mit Drogen, Sex und Rock‘n‘Roll-Ruhm lockt; und Maria Magdalena ist ein resches Luder …
Die bei der Berlinale im Internationalen Forum des jungen Films uraufgeführte Travestie war 1986 in der langen Reihe weltweiter Bibelverfilmungen die erste im Super-8-Format. Der Monumentalfilm über den Lebens- und Leidensweg unseres Herrn Jesus Christus (so der Vorspanntitel) versammelt 35 Episoden aus dem Neuen Testament, nach- oder gänzlich neu erzählt von 22 Filmemacher*innen, Individuen oder Kollektiven, aus Ost und West. Verbindendes Element ist die Titelfigur, verkörpert vom Initiator und Koordinator des Jesusfilms, dem 1982 aus dem katholischen Münster nach Westberlin gekommenen Regisseur Michael Brynntrup. Wie die Mehrzahl der Beteiligten war er Teil einer in der damaligen Queer-, Punk- und Avantgarde-Szene aktiven Subkultur.
Quelle: 74. Internationale Filmfestspiele Berlin (Katalog)
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