Gespräch in der Deutschen Kinemathek über Genre im deutschen Film und Fernsehen

"Genre im deutschen Film und Fernsehen" lautet das Thema eines Gesprächs in der Deutschen Kinemathek am kommenden Sonntag, 11. Februar, mit Dominik Graf, Prof. Dr. Marcus Stiglegger und Dr. Rainer Rother.

 

Die Berlinale Classics präsentieren in diesem Jahr als Uraufführung den Director's Cut von Dominik Grafs Action-Thriller "Die Sieger". Das Restaurierungsteam der Bavaria Film fügte drei Szenen, die nicht mehr auf 35-mm-Material zur Verfügung standen, in die ursprüngliche Kinofassung ein. So kommt dieser Film 25 Jahre nach seiner Erstaufführung in der ursprünglich geplanten Länge und digital bearbeitet auf die Leinwand.

Vor der Uraufführung am Montagabend im Haus der Berliner Festspiele gehen Dominik Graf, Prof. Dr. Marcus Stiglegger und Dr. Rainer Rother, künstlerischer Direktor der Deutschen Kinemathek, der Frage nach, warum hiesige Genre-Formen jenseits der Komödie in Kino und Fernsehen eher seltene Ereignisse darstellen. "Die Sieger", ein Ensemblefilm, komplex angelegt und intelligent erzählt, wurde 1994 von der Kritik überwiegend ungnädig aufgenommen und floppte beim Publikum. Filmgenres sind nie statisch, sie wandeln sich, tauschen sich untereinander aus, vermögen zu verstören – und bilden gerade deshalb ein gewaltiges Kraftwerk des Films. Mit ausgeprägtem Sinn für Traditionen der Filmgeschichte folgt Dominik Graf im Kino wie im Fernsehen ("Tatort", "Polizeiruf 110" u.a.) auf vielfältigste Weise einem ganz eigenen Verständnis seiner Arbeit, deren konstante Verschiedenartigkeit ihn zu einer Ausnahmeerscheinung macht. Genres sind bei ihm in guten Händen, episch wie episodisch. Er bezeugt produktiven Respekt vor deren Formen und fordert das Publikum angemessen heraus.

Als Film- und Fernsehregisseur hat Dominik Graf bei über 60 Filmen Regie geführt. Bereits 2002 war er mit dem videominimalistischen Spielfilm "Der Felsen" im Wettbewerb der Berlinale vertreten, ebenso 2014 mit seinem Weimar-Film "Die geliebten Schwestern". 2010 wurde seine Fernsehserie "Im Angesicht des Verbrechens" beim Internationalen Forum des Jungen Films uraufgeführt.

Marcus Stiglegger ist Professor für Film und Fernsehen und Vizepräsident der DEKRA Hochschule für Medien in Berlin. Er forscht und publiziert zu verschiedenen Themen der Film-, Fernseh- und Medienwissenschaft. Sein "Handbuch Filmgenre" erscheint demnächst im Verlag Springer VS.

Ort: Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen
im Filmhaus am Potsdamer Platz
4. Etage | Veranstaltungsraum
Potsdamer Straße 2
10785 Berlin

Quelle: www.deutsche-kinemathek.de