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All Pictures (10)Credits
Director
Screenplay
Director of photography
Editing
Music
Cast
- Frau Iller
- Gustav, beider Sohn
- Willi, sein Freund
- Der "Kapitän"
- Eckmann
- Birke
- Waldemar
- Onkel Kale
- Frau Steidel
- Hansotto, ihr Sohn
Production company
All Credits
Director
Screenplay
Director of photography
Still photography
Production design
Editing
Sound
Music
Cast
- Frau Iller
- Gustav, beider Sohn
- Willi, sein Freund
- Der "Kapitän"
- Eckmann
- Birke
- Waldemar
- Onkel Kale
- Frau Steidel
- Hansotto, ihr Sohn
- Frau Schelp
- Frau Timmel
- Kriminalbeamter
- Herr Timmel
- Kommissar
- "Spitzmaus"
- Arzt
- Lotte
- Frau mit Einholtasche
- Stotterer
- 1. Verfolger
- 2. Verfolger
- Schneidermeister
- Portierfrau
- Iller
Production company
Unit production manager
Original distributor
Duration:
2329 m, 85 min
Format:
35mm, 1:1,33
Video/Audio:
s/w, Ton
Screening:
Uraufführung: 18.12.1946, Berlin, Deutsche Staatsoper
Titles
- Originaltitel (DE) Irgendwo in Berlin
Versions
Original
Duration:
2329 m, 85 min
Format:
35mm, 1:1,33
Video/Audio:
s/w, Ton
Screening:
Uraufführung: 18.12.1946, Berlin, Deutsche Staatsoper
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Halbwegs zum Haushalt dazu gehört auch Gustavs bester Freund Willi, ein Flüchtlingskind, dessen Eltern verschollen sind. Frau Schelp, die mit Birke, Besitzer eines kleinen Papierwarenladens und eines großen Schieber-Warenlagers, offenbar mehr als nur ein Miet-Verhältnis unterhält, bemüht sich liebevoll um Willi, als wärs ihr eigenes Kind, findet darin aber kein Verständnis beim zwielichtigen Birke. Willi fühlt sich eher, wie im übrigen auch Gustav, zum alten Eckmann hingezogen, der in seiner kleinen Bude Bilder malt und von allen Erwachsenen am meisten Verständnis aufbringt für die kleinen Rabauken: die hätten schließlich nichts anderes gelernt als Krieg zu spielen.
Erst als eine Rakete in sein Atelier einschlägt, ist Eckmann darum bemüht, das gefährliche Spiel mit Feuerwerkskörpern zu unterbinden. Welche die Kinder, im Gegenzug für Lebensmittel, vom Hehler Birke erhalten haben. So ist Eckmann ganz froh darüber, dass sich die Polizei für diese ganz spezielle Geschäftsbeziehung interessiert. Und dann steht Paul Iller in der Tür: ein abgekämpfter, physisch und psychisch ermatteter Kriegsheimkehrer, der als erstes das Kriegsspielzeug seines Sohnes zertritt. Und auch sonst zerstört er Gustavs Illusion von einem starken, selbstbewussten, die Familie beschützenden und ernährenden Vater: An einen raschen Wiederaufbau der zerstörten Garagen ist nicht zu denken. Auch in der Werkstatt von Onkel Kalle steht er nur sich selbst im Wege: „Ich habe keine Kraft mehr, mir wird alles zuviel.“
Durch Zufall findet Paul hinter der Anrichte eine prall gefüllte Geldbörse – und die Adresse des Eigentümers. Gustav schwant, dass Waldemar sie hier deponiert hat aus Angst vor der Polizei, die sich kurz blicken ließ, als sich der Taschendieb seine Jacke nähen ließ. Vater und Sohn bringen den kleinen Schatz an den rechtmäßigen Besitzer zurück – und ernten vom Tingeltangel-Wirt Timmel und seiner Muse nur spöttische Bemerkungen. Undank ist der Welten Lohn – und nicht gerade eine Aufbauhilfe für Pauls Ego.
Es ist nur ein schwacher Trost, dass er von Hansotto Steidel als Leidensgenosse angesehen wird: Auch dieser ist an Leib und Seele völlig kaputt aus dem Krieg heimgekehrt, vergräbt sich in sein Zimmer. Seine Mutter kriegt ihn kaum einmal an die frische Luft – und unter andere Leute schon gar nicht. So werden die beiden immer wieder zur Zielscheibe der Spottgesänge der sich um ihren „Kapitän“ scharenden Jungen, deren von den Nazis geprägtes Menschenbild nur aus Helden, so hart wie Kruppstahl, besteht. Und die natürlich noch nicht begreifen können, dass gerade diese Helden für die Trümmerlandschaft, ihren großen und so gefährlichen Abenteuerspielplatz, verantwortlich sind. Sie wollen selbst Helden sein und verachten alle Jammerlappen.
Willi, der als einziger für Gustav und seinen Vater Partei ergreift, fühlt sich vom „Kapitän“ zu einer besonderen Mutprobe herausgefordert, besteigt den fragilen Dachfirst eines Trümmerhauses – und stürzt in den Tod. Nach einer gefühlt stundenlangen und im Gegensatz zum ansonsten sehr realistisch-zurückhaltenden Film melodramatischen Sterbeszene Willis, bei der Eckmann die ganze „Bande“ am Totenbett versammelt hat, ist der Weg frei für den Neuaufbau: die Ruine wird gesprengt, die Kinder helfen fleißig mit – und Gustavs Vater Paul aufs Fahrrad: „Ich weiß ja gar nicht wie das ist, ein Mensch zu sein. Ich werd's schon lernen.“
„Irgendwo in Berlin“, der dritte Defa-Film nach Wolfgang Staudtes „Die Mörder sind unter uns“ und Milo Harbichs „Freies Land“, beginnt nicht zufällig wie „Emil und die Detektive“, Gerhard Lamprechts zum Welterfolg gewordene Erich-Kästner-Verfilmung von 1931 mit Fritz Rasp. Der Regisseur versucht an seine sozialkritischen Filme der 1920er und beginnenden 1930er Jahre wie „Die Verrufenen“ und „Menschen untereinander“ anzuknüpfen - ideologisch wie filmästhetisch. Unterstützt wurde Lamprecht dabei vom sehr distanzierten Doku-Stil seines Kameramannes Werner Krien, der bereits mit den Außenaufnahmen in der Trümmerlandschaft der ehemaligen Reichshauptstadt beschäftigt war, als am 17. Mai 1946 in der großen Halle des Althoff-Ateliers in Babelsberg mit dem Segen, wenn nicht gar auf Betreiben der sowjetischen Besatzer, der Ufa-Nachfolger Defa aus der Taufe gehoben wurde.
Pitt Herrmann