Credits
Director
Screenplay
Director of photography
Music
Cast
- Margarethe Kempowski
- Großvater de Bonsac
- Walter Kempowski
- Robert Kempowski
- Karl
- Ulla
- Richard
- Sven Sörensen
- Eduard Cornelli
- Tausendschönchen
Production company
All Credits
Director
Assistant director
Screenplay
Director of photography
Set design
Prop master
Make-up artist
Costume design
Costumes
Sound
Audio mixing
Music
Cast
- Margarethe Kempowski
- Großvater de Bonsac
- Walter Kempowski
- Robert Kempowski
- Karl
- Ulla
- Richard
- Sven Sörensen
- Eduard Cornelli
- Tausendschönchen
- Hanni
- Subjella
- Günther Willkowski
- Herta de Bonsac
- Heini
- Pastor Knesel
- Herr Rachmann
- Luder
- Kapitän Lorenzen
- Frau Farkenthin
- Klassenlehrer Hannes
- Kapitän Lücke
- Vater de Bonsac
- Mr. Wineshank
- Fritz Lejeune
- Gisela Schoemaker
- Hartmut de Bonsac
- Studienrat Mattes
- KZ-Häftling
- Konsul
Production company
Commissioned by
Producer (TV)
Line producer
Location manager
Duration:
366 min bei 25 b/s
Format:
16mm, 1:1,37
Video/Audio:
s/w, Ton
Screening:
TV-Erstsendung (DE): 26.12.1979, ZDF [3 Teile]
Titles
- Originaltitel (DE) Ein Kapitel für sich
Versions
Original
Duration:
366 min bei 25 b/s
Format:
16mm, 1:1,37
Video/Audio:
s/w, Ton
Screening:
TV-Erstsendung (DE): 26.12.1979, ZDF [3 Teile]
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Sein jüngerer Bruder Walter, der in der ersten Einstellung mit seiner Mutter Margarethe am 1. Mai 1945 auf dem Balkon sitzend den Einmarsch der Roten Armee erwartet, plagt sich mit der Schule herum, hat dafür auf dem Schwarzmarkt rascheren Erfolg. Der bewegt ihn dazu, in den kapitalistischen Westen zu gehen, wo er in einem PX-Store für die US-Army gutes Geld verdient. Und dem amerikanischen Geheimdienst Kopien von Schiffsladepapieren seines Bruders Robert übergibt. Als er im Frühjahr 1948 in seine Heimatstadt zurückkehrt, werden beide Kempowski-Brüder von der Sowjetarmee wegen Spionage verhaftet. Aber auch ihre Mutter muss sich vor einem russischen Militärtribunal gegen den Vorwurf der Mitwisserschaft zur Wehr setzen.
Die zweiteilige Fechner-Verfilmung des Kempowski-Romans „Tadellöser & Wolff“ (1975) war ein Riesenerfolg (mit Auszeichnungen beim Grimme-Preis und Prix Italia). Der DDR-Flüchtling und jetzige Grundschullehrer in einer niedersächsischen Kleinstadt hatte es vermocht, seine eigene Familien-Saga mit so viel Humor zu würzen, dass Fechner, Strehler-Schüler und zwanzig Jahre erfolgreicher Bühnenschauspieler, danach eigentlich mehr Dokumentarist als Spielfilm-Regisseur, einen der erfolgreichsten TV-Mehrteiler Nachkriegs-Deutschlands drehen konnte.
Verständlich, dass der Wunsch der Fernsehgewaltigen wie des begeisterten Publikums nach einer Fortsetzung sofort Erfüllung fand beim unverändert gebliebenen Team. Das diesmal aus dem Vollen schöpfen konnte: 241 Sprechrollen, 8.000 Komparsen, an 168 Schauplätzen rekordverdächtige neunmonatige Drehzeit. „Ein Kapitel für sich“ zeichnet als TV-Dreiteiler binnen sechs Stunden die Chronik der familiären Ereignisse bis in die bundesdeutsche Gegenwart nach: Am 8. März 1956 gibt es ein bewegendes Wiedersehen in einem Behelfsheim in Hamburg-Wandsbek…
Die Lagerhaft dreier Familienmitglieder in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und in der späteren DDR als politische Häftlinge in Schwerin, Bautzen, im einstigen Konzentrationslager Sachsenhausen (!) und auf der Festung Hoheneck, wird erneut mit selbstironischem Galgenhumor und reichlich Abstand des Erzählers zur eigenen Geschichte erzählt. Walter Kempowskis Erzählung „vom leisen, privaten Widerstand in der DDR, dessen Existenz gemeinhin nicht an die große Glocke gehängt wird“, so der Autor 1979 im Gespräch mit Werner Höfer, ist eine ebenso bewunderungswürdige Leistung wie die distanziert-dokumentarische Haltung des Regisseurs Eberhard Fechner.
Den sich aufdrängenden Vergleich mit Rainer Kunzes „Die wunderbaren Jahre“ besteht das Duo Kempowski/Fechner mit Bravour. Und das nicht, weil Kunze die – im Übrigen allzu verständlichen – Emotionen seines Buches 1:1 auf den Film überträgt. Was den herrschenden Feuilletons politisch nicht ins Korsett der eigenen Ideologie passte und sie es die Filmemacher durch Nichtbeachtung spüren ließen. Sondern weil Kempowskis beinahe emotionsfreie Schilderung der harten Nachkriegsjahre in der SBZ, die bisweilen den Charakter eines militärischen Lageberichts annimmt, über das individuelle Familienschicksal hinaus ein – allerdings nur scheinbar nüchtern-objektives - Zeitpanorama entstehen lässt.
„Tadellöser & Wolff“ zeigt exemplarisch, wie das konservative Bürgertum in die braune Katastrophe hineinschliddert. „Ein Kapitel für sich“, erstaufgeführt am 26. und 29. Dezember 1979 sowie am 1. Januar 1980 im ZDF, beweist, dass, der Holocaust naturgemäß ausgenommen, die Unterdrückungsmechanismen des Dritten Reichs beinahe ungebrochen weiterhin Anwendung fanden unter sowjetischer Besatzung.
Pitt Herrmann