Credits
Director
Screenplay
Director of photography
Editing
Cast
- Nina
- Michael
- Elisabeth
- Cornelius
- Frau Gülcan
- Enrico Brunnemeyer
- Kalli
- Scharfschütze 1
- Scharfschütze 2
- Polizist 2
Production company
Producer
All Credits
Director
Screenplay
Director of photography
Still photography
Property master
Make-up artist
Costume design
Editing
Sound
Casting
Cast
- Nina
- Michael
- Elisabeth
- Cornelius
- Frau Gülcan
- Enrico Brunnemeyer
- Kalli
- Scharfschütze 1
- Scharfschütze 2
- Polizist 2
Production company
Commissioned by
Producer
Producer (TV)
Unit production manager
Location manager
Shoot
- 23.08.2016 - 22.09.2016: Berlin
Duration:
90 min
Format:
16:9
Video/Audio:
Farbe, Stereo
Titles
- Originaltitel (DE) Am Ruder
- Weiterer Titel At the Helm
Versions
Original
Duration:
90 min
Format:
16:9
Video/Audio:
Farbe, Stereo
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Alle guten Dinge sind drei – sagt der Volksmund. Dem einstigen Sportchampion Michael mit den vielen Pokalen im Büroschrank geht jedoch gerade die Puste aus: Für seine adlige und als Rechtsanwältin sehr gefragte Gattin kommt eine Scheidung aus Gründen des Renommees nicht in Frage, zumal sie genug Kohle hat, um den so lautstark Gehörnten finanziell zu unterstützen. Was Michael, der sich bei den regelmäßigen Visiten des „Hausfreundes“ zum sinnfreien TV-Konsum zurückzieht, nur noch mehr demütigt. Sodass er um einen weiteren Kredit für seine Muckibude nachfragen wollte. Und nun die Geiselnahme in der Bank: Erweist sie sich gar als mögliche Chance für ihn?
Der Bankräuber entpuppt sich als Bankräuberin. Nina wirkt lebensmüde, aggressiv und aufgrund ihrer hochgradigen Nervosität unberechenbar. Das Sondereinsatzkommando der Polizei schätzt die Lage deswegen als höchst riskant ein – und ordert erst 'mal Pizza für alle. Wofür Marlin Duve (Thelma Buabeng) kein Verständnis aufbringt: der Staatsanwältin gelüstet es nach einem gesunden Bio-Salat. Während sich der Psychologe Dr. Enrico Brunnemeyer nur in Szene setzt, um seiner attraktiven Assistentin zu imponieren.
Drinnen entwickeln Geisel, Michael hat sich vor Angst in die Hose gemacht und sitzt seitdem mit nacktem Hintern auf dem Stuhl, an den er gefesselt ist, und Geiselnehmerin nach Stunden zermürbenden Wartens auf Lösegeld und Fluchtwagen dank des Champagner-Vorrats im Schreibtisch des Bankdirektors eine engere Beziehung. Beide hadern mit geplatzten Träumen und gescheiterten Lebenswegen und Nina bietet Michael schließlich an, sich an dem Bankraub zu beteiligen.
Letzterer lässt sich darauf ein und hat einen Lösungsvorschlag: Elisabeth soll die Summe Geldes besorgen, mit der die Polizei vor Ablauf des Ultimatums offenbar nicht zurande kommt. Was für seine steinreiche Gattin kein Problem darstellt. Doch jetzt kommen Nina Zweifel: Ist Michaels Ansinnen eine Taktik oder ernst gemeint? Doch auch aus anderen Gründen läuft die Sache gehörig aus dem Ruder...
Regisseur und Koautor Stephan Wagner („Die Akte General“) hat nicht zu viel versprochen, als er ankündigte, die Zuschauer „auf eine Reise mit unvorhersehbaren Routen mitnehmen“ zu wollen. Der Schluss des Fernsehfilms, den das ZDF erstmals am 7. Juni 2017 ausstrahlte, hat es jedenfalls in sich – und wird hier natürlich nicht verraten. Nur soviel: Auch die Nebenrollen sind grandios besetzt u.a. mit Dirk Borchardt als SEK-Einsatzleiter Jens Goede und Rainer Piwek als Polizeibeamter Timo Hartmann.
Wotan Wilke Möhring im ZDF-Presseheft auf die Frage, was ihn an seiner Rolle gereizt hat: „Im Ausgeliefertsein und der damit verbundenen besonderen Situation außerhalb des Alltags kann Michael Schröder gleichzeitig seine eigene private Situation reflektieren und sich durch die sich ihm bietende Gelegenheit von seiner privaten Situation befreien. Er wird vom Weichei zum Helden, ohne es zu ahnen oder zu wollen.“
Nach „Happy Birthday, Türke“ (1992) von Doris Dörrie ist „Am Rande“ die zweite Verfilmung eines Stoffes des Krimi-Spezialisten Jakob Arjouni (1964 Frankfurt am Main – 2013 Berlin), der Romane, Theaterstücke, Erzählungen und Hörspiele veröffentlichte. Er war 21 Jahre alt, als sein Frankfurter Privatdetektiv Kemal Kayankaya in „Happy Birthday, Türke!“ zum ersten Mal ermittelte. Es folgten vier weitere Fälle, für „Ein Mann, ein Mord“ erhielt Jakob Arjouni den Deutschen Krimipreis.
Pitt Herrmann