1995 - 2004

Titel

1995 - 2004
Quelle: Buena Vista / DIF
"Jenseits der Stille" (1996)
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


1995

Januar bis Dezember
Der Film und das Kino feiern ihren 100. Geburtstag: mit Ausstellungen, Events, Filmreihen, Publikationen und Sonderbriefmarken. Im Berliner Martin-Gropius-Bau findet von April bis Juli die Jubiläumspräsentation "Kino*Movie*Cinéma" statt. Filmgeschichte in 21 Räumen auf 2.500 qm. Auch Giorgio Armani ist mit von der Partie.

9. Februar
Erstmals eröffnet mit Roman Herzog ein Bundespräsident die Berlinale. Zum Jubiläum (100 Jahre Kino) gibt es in restaurierter Fassung das Wintergartenprogramm der Brüder Skladanowsky zu sehen. Und anschließend den ersten Film zur deutschen Einigung: "Das Versprechen" von Margarethe von Trotta. Bei der Preisverleihung am 20. Februar gehen die deutschen Filme leer aus.

9. Juni
Deutscher Filmpreis. Filmband in Gold an "Der bewegte Mann" von Sönke Wortmann. Filmbänder in Silber an "Keiner liebt mich" von Doris Dörrie und "Das Verhängnis" von Fred Kelemen. Ehrenpreise für herausragende Verdienste an den Produzenten Horst Wendlandt und den Stummfilmpianisten Willy Sommerfeld. Die Preisverleihung steht im Zeichen des Kinojubiläums.

31. Juli
Die Hamburger Filmemacherin Gabriele Röthemeyer wird zur Geschäftsführerin für den Bereich Filmförderung der neu gegründeten "Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg" gewählt. Sie bringt die südwestdeutsche Länderförderung mit großer Energie voran.

30. August
Uraufführung des Films "Der Totmacher" von Romuald Karmakar zur Eröffnung des Wettbewerbs der 52. Filmfestspiele in Venedig. Karmakar rekonstruiert das psychiatrische Verhör des berüchtigten Knabenmörders Fritz Haarmann in den zwanziger Jahren. Götz George erhält die "Coppa Volpi" als bester Darsteller.

13. September
Noch vor Beginn des Hamburger Filmfests wird erstmals der "Douglas-Sirk-Preis" verliehen: an eine Persönlichkeit, "die sich durch ihre Arbeit besondere Verdienste um die Filmkultur und/oder das Filmgeschäft erworben hat". Der Regisseur Sirk (eigentlich Detlef Sierck) wuchs in Hamburg auf. Erster Preisträger ist der Schauspieler und Regisseur Clint Eastwood.

19. Oktober
Der Filmverleiher und Politiker Jürgen Wohlrabe (CDU), 59, stirbt in Berlin. In der Kinobranche hat er sich als Retter des Familienunternehmens "Jugendfilm" einen guten Namen gemacht. Die Firma war 1996 60 Jahre alt geworden. Wohlrabe hatte einen Riecher für erfolgreiche Filme.

23. Oktober
Der Filmwissenschaftler Karsten Witte, 51, stirbt in Berlin. Als Kritiker ("Frankfurter Rundschau", "Die Zeit"), Herausgeber (Schriften von Siegfried Kracauer) und Essayist hat er der Filmpublizistik in der Bundesrepublik grundlegende Impulse gegeben. Sein letztes Buch, "Lachende Erben, toller Tag", war der Filmkomödie im "Dritten Reich" gewidmet. An der Freien Universität Berlin hatte er den Lehrstuhl für Filmwissenschaft inne. Für diese "Geschichte des deutschen Films" schrieb er das Kapitel über den "Film im Nationalsozialismus".

 

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Hans Helmut Prinzler: Chronik, 1895-2004. In: Wolfgang Jacobsen, Anton Kaes, Hans Helmut Prinzler (Hg.): Geschichte des deutschen Films. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage. Stuttgart: Metzler 2004

© 2004 J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung und Carl Ernst Poeschel Verlag GmbH in Stuttgart.

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