Paul May

Paul May

Regie, Regie-Assistenz, Drehbuch, Schnitt, Produzent, Aufnahmeleitung
*08.05.1909 München; †25.02.1976 Taufkirchen (bei München)

Biografie

Paul May wird am 8. Mai 1909 unter dem Namen Paul Ostermayr in München geboren. Seine Laufbahn führt ihn fast zwangsläufig zum Film: Sein Onkel Franz Osten arbeitet als Regisseur und sein Vater, Peter Ostermayr, erlangt ebenfalls als Regisseur, vor allem aber als Begründer der Emelka-Filmgesellschaft (später Bavaria-Filmgesellschaft) und Erbauer der ersten Studios im Münchener Vorort Geiselgasteig Bekanntheit.

Nach dem Abitur am Gymnasium in Feldkirch wird Paul May eine umfangreiche Ausbildung in den verschiedenen Bereichen der Fotografie und des Films zuteil – vom Besuch der Staatslehranstalt für Lichtbildwesen, über die Arbeit in den Versuchslaboren der Ufa, bis hin zur praktischen Unterweisung in die einzelnen Arbeitsschritte der Kopieranstalten und die Tätigkeiten in den Ateliers.

Ab 1930 ist er als Editor an zahlreichen Filmen beteiligt und arbeitet mit Regisseuren wie Hans Deppe, Max Ophüls und Harry Piel zusammen. Ab 1933 ist er zudem als Regie-Assistent tätig, erneut häufig für Hans Deppe, mit dem zusammen er mehrere Romane des Autoren Ludwig Ganghofer adaptiert, an dessen Werk Peter Ostermayr die Exklusivrechte hält. Für dessen Produktionsfirma, die Tonlicht-Film GmbH, realisiert Paul May 1938 mit "Der Edelweißkönig" auch sein erstes Projekt als Regisseur.

 

Seine Frühphase als Regisseur wird durch die Heimatfilmstoffe seines Vaters geprägt: "Waldrausch" (1939) und "Links der Isar – rechts der Spree" (1940) entstehen in dieser Zeit. Mit "Violanta" (1942), einer Verfilmung der Novelle "Der Schatten" von Erich Zahn, lockert Paul May die Familienbande. Er arbeitet zukünftig unter seinem Künstlernamen, für unterschiedlichste Produktionsfirmen und in unterschiedlichsten Genres. So dreht er den Krimi "Die Nacht der Zwölf" (1948) und mit G. W. Pabst zusammen den Nachkriegsfilm "Duell mit dem Tod" (1949). Seiner eigenen Produktionsfirma Orbis-Filmproduktion ist allerdings kein Erfolg beschieden. Zwischen 1949 und 1953 wird nur ein einziger Film fertiggestellt: "König für eine Nacht" (1950).

Paul Mays bekannteste Spielfilme entstehen in der Zeit zwischen 1950 und 1963, so etwa der Antikriegsfilm "08/15" (1954), einer der größten kommerziellen Erfolge des westdeutschen Kinos der 1950er Jahre, der mit "08/15 – II. Teil" und "08/15 in der Heimat" 1955 gleich zwei Fortsetzungen nach sich zog, sowie die zwei Heimatfilm-Dramen "Und ewig singen die Wälder" (1959) sowie "Via Mala" (1961). Mehr als zwanzig Filme realisiert Paul May in dieser Schaffensphase. Ab 1964 wendet er sich dann fast vollständig vom Kino ab und dreht – bis auf die Ausnahme "Mittsommernacht" (1967) – ausschließlich Fernsehfilme, darunter die dreiteilige Durbridge-Verfilmung "Melissa" (1965).

Anfang der 1970er zieht sich Paul May vom Filmgeschäft zurück. Er stirbt am 25. Februar 1976 in Taufkirchen bei München.

Filmografie

1972/1973 Zwei gegen alle
Regie
 
1972 Nicht Lob - noch Furcht. Graf Galen, Bischof von Münster
Regie
 
1971 Die Schrott-Story
Regie
 
1969 Nennen Sie mich Alex
Regie
 
1968 Das Beryll-Diadem
Regie
 
1967/1968 Das Haus bei den Blutbuchen
Regie
 
1967 Die Bruce-Partington-Pläne
Regie
 
1967 Die Liga der Rothaarigen
Regie
 
1967 Sechsmal Napoleon
Regie
 
1967 Das gefleckte Band
Regie
 
1967 In Sachen Erzberger gegen Helfferich
Regie
 
1967 Mittsommernacht
Regie
 
1965/1966 Melissa
Regie
 
1965 Acht Stunden Zeit
Regie
 
1965 Glück in Frankreich
Regie
 
1964 Die Schlüssel
Regie
 
1964 Die Truhe
Regie
 
1963 Scotland Yard jagt Dr. Mabuse
Regie
 
1962/1963 Barras heute
Regie
 
1962 Waldrausch
Regie
 
1961 Freddy und der Millionär
Regie
 
1961 Via Mala
Regie, Drehbuch
 
1960 Soldatensender Calais
Regie
 
1960 Der Schleier fiel...
Regie
 
1959 Heimat - Deine Lieder
Regie
 
1959 Und ewig singen die Wälder
Regie
 
1958/1959 Heiße Ware
Regie
 
1958 Die Landärztin
Regie
 
1957 Der Fuchs von Paris
Regie
 
1957 Weißer Holunder
Regie
 
1956/1957 Flucht in die Tropennacht
Regie
 
1956 Weil du arm bist, mußt du früher sterben
Regie
 
1955 08/15 in der Heimat
Regie
 
1955 08/15 - II. Teil
Regie
 
1954/1955 Oberarzt Dr. Solm
Regie, Produzent
 
1954 Phantom des großen Zeltes
Regie
 
1954 08/15
Regie, Drehbuch-Mitarbeit
 
1953 Junges Herz voll Liebe
Regie
 
1952 Zwei Menschen
Regie, Drehbuch
 
1950 König für eine Nacht
Regie, Produzent
 
1949 Duell mit dem Tod
Regie, Drehbuch
 
1944/1948 Die Nacht der Zwölf
Drehbuch
 
1942/1943 Die unheimliche Wandlung des Alex Roscher
Regie
 
1941/1942 Violanta
Regie, Drehbuch
 
1940 Links der Isar - rechts der Spree
Regie
 
1939/1940 Beates Flitterwoche
Regie
 
1939 Waldrausch
Regie
 
1939 Die kluge Schwiegermutter
Schnitt, Produktions-Assistenz
 
1938 Frau Sixta
Dialog-Regie, Schnitt
 
1938 Dreiklang
Schnitt
 
1938 Der Edelweißkönig
Regie, Schnitt
 
1937 Zweimal zwei im Himmelbett
Künstlerische Oberleitung, Regie-Assistenz, Schnitt
 
1937 Gewitter im Mai
Regie-Assistenz, Schnitt
 
1937 Das Schweigen im Walde
Regie
 
1936/1937 Sein bester Freund
Schnitt
 
1936/1937 Das schöne Fräulein Schragg
Regie-Assistenz, Schnitt
 
1936 Standschütze Bruggler
Regie-Assistenz, Schnitt
 
1936 Der Jäger von Fall
Regie-Assistenz, Schnitt
 
1935 Anschlag auf Schweda
Regie-Assistenz, Schnitt
 
1935 Die Heilige und ihr Narr
Regie-Assistenz, Schnitt
 
1934/1935 Wunder des Fliegens
Schnitt
 
1934 Die vier Musketiere
Schnitt
 
1934 Ferien vom Ich
Regie-Assistenz, Schnitt
 
1934 Schloß Hubertus
Regie-Assistenz, Schnitt
 
1933/1934 The Legend of William Tell
Schnitt
 
1933 Wenn am Sonntagabend die Dorfmusik spielt
Regie-Assistenz, Schnitt
 
1933 Die Nacht im Forsthaus
Schnitt
 
1932/1933 Gipfelstürmer
Schnitt
 
1932 Geheimnis des blauen Zimmers
Schnitt
 
1932 Der Orlow
Schnitt
 
1932 Der Schützenkönig
Schnitt
 
1932 Die verkaufte Braut
Schnitt
 
1932 Fürst Seppl
Schnitt
 
1931/1932 Wenn dem Esel zu wohl ist ... (Er und sein Tippfräulein)
Schnitt
 
1931 Panik in Chicago
Schnitt
 
1931 Der Storch streikt. Siegfried der Matrose
Schnitt
 
1931 Die Mutter der Kompagnie
Schnitt
 
1931 Die spanische Fliege
Schnitt
 
1931 Kadetten
Schnitt
 
1930/1931 Der Tanzhusar
Schnitt
 
1930 Tingel-Tangel
Schnitt
 

Übersicht

Fotogalerie

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Literatur

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