Gert Fröbe

Gert Fröbe

Weitere Namen: Karl Gerhart Fröbe (Geburtsname)
Darsteller
*25.02.1913 Oberplanitz (heute Zwickau-Planitz); †05.09.1988 München-Großhadern

Biografie

Karl Gerhart Fröbe wurde am 25. Februar 1913 in Planitz, Zwickau, geboren. Bereits als Schüler eines Realgymnasiums in Zwickau trat er als Soloviolinist im Mitteldeutschen Rundfunk auf und avancierte als "Der rote Geiger von Zwickau" zum Star eines Tanzmusiktrios.

Neben seinen musikalischen Ambitionen betätigte Fröbe sich als Maler und erhielt nach einer Ausstellung die Chance, an der Dresdener Kunstakademie zu studieren. Doch Fröbe wollte Schauspieler werden – also schlug er das Angebot aus und absolvierte stattdessen eine dreijährige Bühnenmalerlehre am Staatstheater Dresden. Seinen kargen Lebensunterhalt besserte er durch den Verkauf selbst gemalter Ansichtskarten und Bilder auf.

Schließlich nahm Gert Fröbe Schauspielunterricht bei Erich Ponto. Als dieser 1936 nach Berlin ging, folgte Fröbe seinem Lehrmeister. Er lernte zunächst bei Paul Günther und absolvierte noch im selben Jahr die Schauspielprüfung bei Lothar Müthel.

Kaum war seine Ausbildung beendet, erhielt er Engagements an den Städtischen Bühnen in Wuppertal (1937/38) und Frankfurt (1938/39). Im Jahr 1939 ging er für vier Jahre nach Wien, wo er am Volkstheater auf der Bühne stand. In Wien knüpfte er auch erste Kontakte zum Film, wenn auch nicht als Schauspieler. So modellierte er die Figuren für einen Kulturfilm über die Entwicklung der deutschen Puppe von den Germanen bis zu Käthe Kruse. 1944 hat er als Bauer in "Die Kreuzlschreiber" einen ersten, kleinen Filmauftritt. Lothar Müthel wollte ihn schließlich ans Wiener Burgtheater engagieren, doch bevor es dazu kam, wurde Fröbe als Soldat zur Infanterie einberufen.

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs hielt Fröbe sich in Bayern als Landschaftsmaler und Porträtzeichner über Wasser – bis er sein Talent als Interpret von Gedichten und als Pantomime entdeckt. 1945 und 1946 trat er in den Eröffnungsprogrammen der ersten Münchner Nachkriegskabaretts "Gonghaus" und "Bunter Würfel". 1948 riss er im "Simpl" Publikum und Kritik zu Begeisterungsstürmen hin.

Im gleichen Jahr spielte Fröbe seine erste Kinohauptrolle in Robert A. Stemmles "Berliner Ballade". Darin verkörperte der damals noch spindeldürre Fröbe einen treuherzig-hilflosen Kriegsheimkehrer – und wird praktisch über Nacht einem großen Publikum bekannt: Der Name seines Charakters "Otto Normalverbraucher" wird zum feststehenden Begriff im deutschen Sprachgebrauch.

Größere Filmangebote blieben zunächst dennoch aus. Also trat Fröbe als Mitglied der Artistenloge als Jongleur und Parodist beim Zirkus und in Varietés auf. Zugleich arbeitete er daran, sich in eine physisch präsentere Gestalt zu verwandeln: "In 10 bis 15 Jahren will ich Charles Laughton-Format haben", erklärte er 1949 einem Reporter.

Im Lauf der 1950er Jahre wird er immer häufiger in prägnanten Nebenrollen besetzt und spielt neben deutschen auch in einer Reihe französischer Produktionen. So etwa in Orson Welles" "Mr. Arkadin" (Herr Satan persönlich; 1955), Yves Ciampis "Les héros sont fatigués" (Die Helden sind müde; 1955), an der Seite von Yves Monand, oder in Jules Dassins Drama "Celui qui doit mourir" (Der Mann, der sterben muss; 1957). Nicht zuletzt durch seine ausländischen Engagements kommt Fröbe auch in Deutschland zu größerer Popularität und Beschäftigung.

Mit Vorliebe besetzte man ihn zwielichtigen, wenn nicht gar psychopathischen Rollen: Er spielte brutale Bösewichter und Menschenschinder ("Robinson soll nicht sterben", 1957), tyrannische Patriarchen ("Und ewig singen die Wälder", 1959; "Via Mala", 1961) und Kindermörder ("Es geschah am hellichten Tag", 1958). Geradezu idealtypisch verkörperte er in Rolf Thieles "Das Mädchen Rosemarie" (1958) und in Gottfried Reinhardts "Menschen im Hotel" (1959) den Prototyp des skrupel- und charakterlosen Generaldirektors der Wirtschaftswunderjahre. Daneben gab Fröbe zwischen 1960 und 1962 in drei "Dr. Mabuse"-Thrillern gewitzt scharfsinnige Kriminalkommissare und spielte in Filmen wie "Der Gauner und der liebe Gott" (1960; Darstellerpreis in San Sebastián und Ernst-Lubitsch-Preis) oder "Ganovenehre" (1966) sympathische Halbweltler.

Einen seiner größten Erfolge feierte er 1965 mit dem James-Bond-Film "Goldfinger", in dem er die Titelrolle des genialischen, grausamen Superschurken spielt. Bis heute zählt diese Rolle zu seinen bekanntesten. Im gleichen Jahr sah man ihn in einem gänzlich anderen Part in der turbulenten Klamotte "Those Magnificent Men in Their Flying Machines" (Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten), in dem er als Oberst von Holstein knatterndes Preußentum auf die Schippe nahm.

Es folgten weitere Engagements in amerikanischen, britischen, italienischen und französischen (Ko-)Produktionen, die zum Teil jedoch in Deutschland gedreht wurden. An der Seite von Warren Beatty und Goldie Hawn stand er in Hamburg für die Krimikomödie "$" (Der Millionenraub, 1971) und in München unter der Regie von Ingmar Bergman für "Das Schlangenei" (1977) vor der Kamera. In Luchino Viscontis "Ludwig II." (1972) trat er als einfühlsamer Beichtvater des seelisch angeschlagenen Bayernkönigs auf. Eine populäre Rolle in einer deutschen Produktion hatte er 1974 in der Titelrolle des Kinderfilms "Der Räuber Hotzenplotz". 1978 wurde er beim Deutschen Filmpreis mit einem Ehrenpreis für sein Lebenswerk geehrt.

Doch obwohl Fröbe beim Film noch immer sehr gefragt war, wurde die Kleinkunst ab Mitte der 1970er Jahre wieder zu seinem wichtigsten Betätigungsfeld: Der TV-Produktion "Morgenstern am Abend" folgte 1974 das Solo-Programm "Durch Zufall frei", in dem er Arbeiten des Dichters Christian Morgenstern sowie "szenische Memoiren" vortrug und mit dem er 1977-1981 auftrat.

Daneben wirkte er vereinzelt in Film- und Fernsehproduktionen mit, so etwa als Partner Elisabeth Bergners in der Altersromanze "Der Garten" (1982, TV) oder in der Pierre-Richard-Klamotte "Le coup du parapluie" (Der Regenschirmmörder, 1981). 1986/87 gab er in der britischen Verfilmung des Kinderbuchklassikers "Der kleine Vampir" den bösen Vampirjäger Geiermeier, 1988 verkörperte er in der letzten Folge der Fernsehserie "Die Schwarzwaldklinik" einen 100-Jährigen – es sollte auch Fröbes letzte Vorstellung werden. Am 5. September 1988 starb Gert Fröbe im Klinikum München-Großhadern an den Folgen eines Herzinfarkts.

Filmografie

1984 Alte Sünden rosten nicht
Darsteller
 
1983 August der Starke
Darsteller
 
1982 Der Garten
Darsteller
 
1981 Ein sturer Bock
Darsteller
 
1980/1981 Der Falke
Darsteller
 
1980 Das kleine Kino an der Ecke. Erinnerungen an den Nachkriegsfilm
Darsteller
 
1978/1979 Blutspur
Darsteller
 
1978/1979 Noch 'ne Oper. Ein musikalischer Spaß
Darsteller
 
1977/1978 Der Schimmelreiter
Darsteller
 
1977/1978 Der Tiefstapler
Darsteller
 
1977 »Als wär's heut' gewesen...«
Darsteller
 
1977 Tod oder Freiheit
Darsteller
 
1976/1977 Das Schlangenei
Darsteller
 
1976/1977 Das Gesetz des Clans
Darsteller
 
1976 Sonntagsgeschichten
Darsteller
 
1975/1976 Die Schuldigen mit den sauberen Händen
Darsteller
 
1975 Mein Onkel Theodor oder Wie man im Schlaf viel Geld verdient
Darsteller
 
1974 Ein Unbekannter rechnet ab
Darsteller
 
1973/1974 Der Räuber Hotzenplotz
Darsteller
 
1972/1973 Morgenstern am Abend
Darsteller
 
1972 Ludwig II.
Darsteller
 
1967/1968 Caroline chérie - Schön wie die Sünde
Darsteller
 
1965/1966 Ganovenehre
Darsteller
 
1965/1966 Rififi in Paris
Darsteller
 
1965 Das Liebeskarussell. 2. Episode: Angela
Darsteller
 
1964 Tonio Kröger
Darsteller
 
1963 Peau de banane
Darsteller
 
1962/1963 Der Mörder
Darsteller
 
1962/1963 Die Dreigroschenoper
Darsteller
 
1962/1963 Heute kündigt mir mein Mann
Darsteller
 
1962 Das Testament des Dr. Mabuse
Darsteller
 
1962 Die Rote
Darsteller
 
1961/1962 The Longest Day
Darsteller
 
1961 Auf Wiedersehn
Darsteller
 
1961 Im Stahlnetz des Dr. Mabuse
Darsteller
 
1961 Via Mala
Darsteller
 
1960/1961 Der grüne Bogenschütze
Darsteller
 
1960 Bis daß das Geld Euch scheidet...
Darsteller
 
1960 Die 1000 Augen des Dr. Mabuse
Darsteller
 
1960 Soldatensender Calais
Darsteller
 
1960 Der Gauner und der liebe Gott
Darsteller
 
1959/1960 Das kunstseidene Mädchen
Darsteller
 
1959 Schüsse im Morgengrauen
Darsteller
 
1959 Am Tag als der Regen kam
Darsteller
 
1959 Menschen im Hotel
Darsteller
 
1959 Jons und Erdme. Die Frau des Anderen
Darsteller
 
1959 Und ewig singen die Wälder
Darsteller
 
1959 Alt-Heidelberg
Darsteller
 
1958/1959 Ihr Verbrechen war Liebe
Darsteller
 
1958/1959 I Battellieri del Volga
Darsteller
 
1958 Das Mädchen mit den Katzenaugen
Darsteller
 
1958 Das Mädchen Rosemarie
Darsteller
 
1958 Es geschah am hellichten Tag
Darsteller
 
1958 Der Pauker
Darsteller
 
1958 Nasser Asphalt
Darsteller
 
1958 Grabenplatz 17
Darsteller
 
1958 Nick Knattertons Abenteuer. Der Raub der Gloria Nylon
Darsteller
 
1957 Das Herz von St. Pauli
Darsteller
 
1957 Der tolle Bomberg
Darsteller
 
1956/1957 Robinson soll nicht sterben
Darsteller
 
1955/1956 Waldwinter
Darsteller
 
1955/1956 Ein Mädchen aus Flandern
Darsteller
 
1955/1956 Ein Herz schlägt für Erika
Darsteller
 
1955 Das Forsthaus in Tirol
Darsteller
 
1955 Die Helden sind müde
Darsteller
 
1955 Special Delivery
Darsteller
 
1955 Der dunkle Stern
Darsteller
 
1955 Ich weiß, wofür ich lebe
Darsteller
 
1954 Ewiger Walzer
Darsteller
 
1954 Mannequins für Rio
Darsteller
 
1954 Das zweite Leben
Darsteller
 
1954 Morgengrauen
Darsteller
 
1954 Das Kreuz am Jägersteig
Darsteller
 
1953/1954 Die kleine Stadt will schlafen gehen
Darsteller
 
1953 Arlette erobert Paris
Darsteller
 
1953 Die vertagte Hochzeitsnacht
Darsteller
 
1953 Salto mortale
Darsteller
 
1953 Ein Herz spielt falsch
Darsteller
 
1953 Hochzeit auf Reisen
Darsteller
 
1952 Der Tag vor der Hochzeit
Darsteller
 
1949 Nach Regen scheint Sonne
Darsteller
 
1948 Berliner Ballade
Darsteller
 
1948 Der Herr vom andern Stern
Darsteller
 
1944/1950 Die Kreuzlschreiber
Darsteller
 
1940 Wagen Nr. 1 kämpft sich seinen Weg
Darsteller
 

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