Die Wettbewerbe der 63. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen

13.04.2017 | 14:37 Uhr

Die Wettbewerbe der 63. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen

Die 63. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen zeigen vom 11. bis 16. Mai 2017 insgesamt 499 Filme aus 58 Ländern. 148 davon, ausgewählt aus knapp 7.000 Einreichungen, konkurrieren in den fünf Wettbewerben des Festivals um knapp 42.000 Euro an Preisgeldern.

Neben den Wettbewerben zeigen die Kurzfilmtage zahlreiche thematische Programme und Werkschauen, insgesamt sind an den sechs Festivaltagen über 100 Filmprogramme zu sehen.

In allen Wettbewerben der Kurzfilmtage dominiert die Vielfalt der Formen und Inhalte. Filme aus allen fünf Kontinenten wurden ausgewählt, jedes Genre, vom Dokumentarfilm über Spielfilme, Experimentalfilme, Musikvideos, Kinderfilme und mehr, ist vertreten. Der kürzeste Film in den Wettbewerben ist eine Minute lang (die russische Animation "Aport" von Denis Voronin im Kinder- und Jugendfilmwettbewerb), die längste Arbeit hat die im Deutschen Wettbewerb maximal erlaubte Länge von 45 Minuten ("Narration" von Thomas Taube). Thematisch wie ästhetisch bilden die Kurzfilmtage die enorme Bandbreite des kurzen Formats ab, in dem international nach wie vor die Freiheit des Ausdrucks größer ist als im zumeist stärker normierten langen Format und das auch 2017 eine wichtige Quelle für die Erneuerung der Filmsprache bleibt.

Für den Internationalen Wettbewerb, den größten und ältesten Wettbewerb der Kurzfilmtage, wurden aus knapp 5.500 Einreichungen 56 Filme aus 33 Ländern ausgewählt, darunter eine deutsche Produktion (der Dokumentarfilm "TITAN" von Johannes Freese). Im Wettbewerb sind unter anderem Arbeiten von John Akomfrah, Louise Botkay, Susannah Gent, William E. Jones, Salomé Lamas und Mika Taanila zu sehen. "In diesem Jahr fällt, vor allem in außereuropäischen Filmen, die Auseinandersetzung mit Folgen von Geopolitik und Identitätspolitik ins Auge", so Hilke Doering, Leiterin des Internationalen Wettbewerbs. Über die Hälfte der Beiträge zeigen die Kurzfilmtage als Weltpremieren.

Im Deutschen Wettbewerb präsentieren die Kurzfilmtage 22 Arbeiten, ausgewählt aus 1.185 Einreichungen. Darunter sind Werke von Mariola Brillowska, Christoph Girardet, Miriam Gossing und Lina Sieckmann, Lukas Marxt und Marcel Odenbach sowie als Welturaufführung "Moon Over Da Nang", der neue Film von Bjørn Melhus, dem die Kurzfilmtage in diesem Jahr auch ein Profil-Programm widmen. "Wir haben in diesem Jahr sehr viele interessante Arbeiten gesehen, die von Kunsthochschulen stammen und nicht von klassischen Filmhochschulen", so Carsten Spicher, Leiter des Deutschen Wettbewerbs. "Ein Grund dafür ist sicher die Tatsache, dass die Kurzfilmtage immer nach dem Ungewöhnlichen suchen. Während Filmhochschulen ihre Absolventen stärker mit Blick auf die Konventionen von Fernsehen und Kino ausbilden, legen Kunsthochschulen mehr Wert auf die Freiheit der Form und des Ausdrucks, die wir in den Filmen suchen."

Für den NRW-Wettbewerb wurden aus 234 Produktionen aus Nordrhein-Westfalen 13 Arbeiten ausgewählt. Hier läuft unter anderem "Ayny" von Ahmad Saleh, der mit diesem Film den Studenten-Oscar 2016 gewann. "2012 haben wir Ahmad Salehs Film 'House' gezeigt und freuen uns nun besonders, ihn als Oscargewinner wieder präsentieren zu können", so Carsten Spicher, der auch für den NRW-Wettbewerb verantwortlich zeichnet. Ungewöhnlich sind gleich zwei Poetry Clips sehr junger Filmemacher, "Manche Probleme" von Patrick Praschma und "Vögel auf Stromleitungen" von Dean Ruddock, die beide diese Form für eine Suche nach sich selbst und ihren künftigen Platz im Leben gewählt haben. Im Wettbewerb ist auch ein Oberhausener Filmemacher, Volker Köster mit "Wo Feuer ist, ist auch Rauch".

Im MuVi-Preis für das beste deutsche Musikvideo zeigen die Kurzfilmtage zwölf Musikvideos, die aus 272 Einreichungen ausgewählt wurden, so vielen wie nie zuvor. Wie immer zählt beim MuVi-Preis die visuelle Umsetzung eines Musikstücks, so dass unter anderem Künstler wie Phil Collins (mit "Crab Day" für Cate Le Bon) und Christoph Girardet (mit "Second Chance Man" für The Tindersticks) hier neben Arbeiten von Friedrich Liechtenstein für "Das wird gut" oder Mary Ocher für "Arms" stehen, die beide ihre eigenen Stücke auch als Regisseure umgesetzt haben.

Das Kinder- und Jugendkino schließlich, das in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag feiert, präsentiert 48 Filme aus 24 Ländern, von denen zwei auch im Internationalen Wettbewerb laufen. Neben dem Wettbewerb zeigen die Kurzfilmtage zum Jubiläum zwei Sonderprogramme mit Filmen aus der Geschichte des Kinderkinos.

Quelle und weitere Informationen: www.kurzfilmtage.de

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