Preisträger des Festivals achtung berlin gekürt

17.04.2014 | 11:20 Uhr

Preisträger des Festivals achtung berlin gekürt

Zum Abschluss des erfolgreichen Festivals achtung berlin fand gestern Abend im Kino Babylon die feierliche Verleihung des new berlin film award statt. In der Kategorie Bester Spielfilm gewann "Millionen" von Fabian Möhrke.

Das Festival achtung berlin vergibt seit 2005 jährlich den new berlin film award an Berliner und Brandenburger Filmschaffende und bietet ihnen zugleich ein Forum für den Dialog unter Gleichgesinnten.

In diesem Jahr fand das Festival vom 9. bis 16. April in verschiedenen Spielstätten Berlins statt. Neben dem auf die Region fokussierten Wettbewerb Made in Berlin Brandenburg gab es auch ein Kurzfilmprogramm, Workshops und Filmgespräche. Die alljährliche Retrospektive stand dieses Jahr im Zeichen des 25. Jahrestags der Mauereröffnung und zeigte verschiedene Kurz- und Spielfilme aus dem neuen Berlin der 90er-Jahre.

Als Eröffnungsfilm wurde "Männer zeigen Filme & Frauen ihre Brüste" von Isabell Šuba gezeigt. Die Regisseurin wirft am Beispiel des Filmfestivals von Cannes einen kritischen Blick auf die Männerdomäne Film und veranschaulicht zugleich auf unterhaltsame Weise die Geschlechterdifferenzen in der Branche.

Der diesjährige Hauptpreisträger heißt Fabian Möhrke. Der Berliner wurde in der Kategorie Bester Spielfilm für seinen Film "Millionen" ausgezeichnet. Der Film um einen Lottogewinner, der durch das Geld viele Veränderungen erfährt und schließlich seine eigene Identität hinterfragt, wurde von der Jury als "sehr dichte und universelle Parabel über die Ambivalenz von Glück" bezeichnet. In ihrer Begründung lobt die Jury vor allem die außergewöhnliche Erzählweise.

Die Auszeichnung in der Kategorie Beste Produktion wurde an Godehard Giese vergeben. Der Schauspieler schrieb außerdem das Drehbuch und führte Regie bei seinem Film "Die Geschichte vom Astronauten", der den Inspirationsprozess einer Schriftstellerin thematisiert. Die Jury hebt in ihrer Begründung die herausragende Bildsprache Gieses und seines Kameramanns Eric Ferranti hervor.

Der Regisseur Nico Sommer wurde mit dem new berlin film award in der Kategorie Beste Regie für seinen Film "Familienfieber" geehrt. Das Werk um ein Wochenendurlaub auf dem Land, bei dem das Verhältnis zweier Elternpaare durch eine Affäre ins Wanken gerät, wurde von der Jury für die gute Figurenkonstellation gelobt. Außerdem zeigte sie sich beeindruckt von der Leistung Sommers, der in nur sieben Drehtagen das Maximum aus sich und seinem Team herausgeholt habe.

Als Bester Dokumentarfilm wurde Florian Schewes "Wiener Ecke Manteuffel" ausgezeichnet. Schewe begleitete über drei Jahre zwei Aidskranke Liebende. Entstanden sei ein sehr persönlicher Film über eine besondere Liebesbeziehung. Dabei verfolge Schewe eine sehr besondere Herangehensweise, indem er nichts auslasse und nichts schöne, so die Begründung der Jury. Der Film wurde weiterhin mit dem Preis der Ökumenischen Jury geehrt.

Für ihre Kameraführung in Katarina Schröters "The Visitor" wurde Paola Calvo mit dem Preis für die Beste Kamera ausgezeichnet.

Der vom Exberliner Magazine an internationale Berliner Filmschaffende vergebene Exberliner Film Award ging dieses Jahr an "A Promised Rose Garden" von Lisa Violetta Gaß, während Mónica Limas "The Silence Between Two Songs" eine Lobende Erwähnung erhielt.

"Antons Fest" von John Kolya Reichart wurde mit dem Preis des Verbands der deutschen Filmkritik (VdFK) ausgezeichnet, eine Lobende Erwähnung der gleichen Kategorie erhielt der Eröffnungsfilm "Männer zeigen Filme & Frauen ihre Brüste" von Isabell Šuba.

Neben den Langspielfilmen wurden ebenfalls kürzere Filme ausgezeichnet. So ging der new berlin film award in der Kategorie "Bester mittellanger Film" an Barbara Otts "Sunny", während der Schauspieler und Regisseur Robert Gwisdek mit "Circuit" den Preis als Bester Kurzfilm bekam. In dieser Kategorie wurden ebenfalls Lobende Erwähnungen für "This is about senses and this is about happiness" von Rike Hoppe und "für "Blauer Traum" von Malte Stein ausgesprochen.

Der Cinematch 2014 25p Stipendiumpreis für das Beste Spielfilmprojekt ging an "1000 Ameisen" von Regisseur und Co-Autor Marcus Lenz und Autor Lars Hubrich, während Rita Bakacs' "Tagelöhner Syndrom" als Bestes Dokumentarfilmprojekt geehrt wurde.

Zudem wurde der ZITTY-Leserjury-Preis für Filme aus der Kategorie Bester mittellanger Film an "Holanda del Sol" der Regisseure Florian Lampersberger und Daniel Abma verliehen.

Quelle: www.achtungberlin.de