Europäischer Filmpreis 2016: "Toni Erdmann" als großer Gewinner

11.12.2016 | 00:47 Uhr

Europäischer Filmpreis 2016: "Toni Erdmann" als großer Gewinner

Die Tragikomödie wurde in fünf Kategorien ausgezeichnet, unter anderem als Bester Film und für die Beste Regie.

Nachdem "Toni Erdmann" in Cannes trotz euphorischer Kritiken leer ausgegangen war, konnten Maren Ade und ihr Team nun beim Europäischen Filmpreis einen überragenden Triumph feiern: "Toni Erdmann" bekam den Europäischen Filmpreis in allen fünf Kategorien, in denen er nominiert war. Maren Ade wurde als Beste Regisseurin und als Beste Drehbuchautorin geehrt, Hauptdarsteller Peter Simonischek erhielt den Darstellerpreis und Sandra Hüller wurde für ihre Rolle als Beste Europäische Schauspielerin ausgezeichnet. Als Krönung erhielt "Toni Erdmann" den Preis als Bester Europäischer Film.

Zweiter Mehrfach-Gewinner des Abends war die dänisch-deutsche Koproduktion "Unter dem Sand - Das Versprechen der Freiheit". Sie erhielt den Prix Carlo di Palma für die Beste Kamera sowie die Preise für die Besten Kostüme (Stefanie Bieker) und das Beste Make-Up (Barbara Kreuzer).

Als weitere deutsche Koproduktion wurde "Der glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki" ("The Happiest Day In The Life Of Olli Mäki", FI/DE/SE) von Juho Kuosmanen als bester Nachwuchsfilm mit dem Prix FIPRESCI ausgezeichnet.

Der schwedisch-norwegische Film "En man som heter Ove" ("Ein Mann namens Ove") wurde zur Besten Europäischen Komödie gewählt. Es geht darin um einen lebensmüden Witwer, der durch die Bekanntschaft mit seinen neuen Nachbarn frischen Lebensmut gewinnt. Als Bester europäischer Animationsfilm wurde die Tragikomödie "Ma vie de Courgette" ("Mein Leben als Zucchini", CH 2016) des Schweizers Claude Barras ausgezeichnet. 

Den Dokumentarfilmpreis erhielt der Italiener Gianfranco Rosi für sein Werk bereits auf der Berlinale ausgezeichnetes Werk "Fuocoammare" ("Seefeuer"), über die tragische Flüchtlingsnot vor Italiens Küste.

Auch Hollywood war beim Europäischen Filmpreis vertreten: Pierce Brosnan erhielt einen Ehrenpreis für seinen 'Beitrag zum Weltkino'. Der französische Drehbuchautor Jean-Claude Carrière wurde mit einem Ehrenpreis für sein Lebenswerk geehrt. Die Laudatio auf den 85-jährigen Carrière hielt Volker Schlöndorff. Die beiden hatten mehrfach zusammengearbeitet, unter anderem bei "Die Blechtrommel". Ein dritter Ehrenpreis ging an Andrzej Wajda.

Der Europäische Filmpreis gilt als europäisches Pendant zum amerikanischen Oscar. Über die Gewinner stimmen die mehr als 3.000 Mitglieder der Europäischen Filmakademie ab.

Die feierliche Filmpreis-Gala mit mehr als 1200 Gästen fand dieses Jahr im polnischen Breslau (Wroclaw) statt, der Europäischen Kulturhauptstadt 2016.

Weitere Infos unter: www.europeanfilmacademy.org 

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