Edgar Reitz' "Heimat" im Deutschen Filmmuseum

29.06.2017 | 15:06 Uhr

Edgar Reitz' "Heimat" im Deutschen Filmmuseum

Von Freitag, 30. Juni, bis Sonntag, 2. Juli, zeigt das Kino des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt Edgar Reitz' komplettes Filmepos "Heimat. Eine deutsche Chronik" im restaurierten Director's Cut.

Das Werk läuft in der "Carte Blanche: Stanley Kubrick", einer umfangreichen Reihe mit Filmen, die den bedeutenden Regisseur in besonderer Weise geprägt haben. Ausgewählt wurden die Filme der Reihe von Jan Harlan, seinem Schwager und zugleich ausführendem Produzenten gemeinsamer Werke wie "Barry Lyndon" (GB 1975), "The Shining" (GB/US 1980) und "Eyes Wide Shut" (GB/US 1999).

"Wenn Film einmal den Stellenwert von Literatur hat, dann wird 'Heimat' von Edgar Reitz in einem Atemzug mit Shakespeares 'Hamlet' und Goethes 'Faust' genannt werden", sagte Stanley Kubrick über das Werk, das eines der größten Fernsehereignisse in der Geschichte der Bundesrepublik war: Am 16. September 1984 strahlte die ARD den ersten Teil von "Heimat" aus - und jeder zweite Deutsche sah zumindest ein Kapitel der wöchentlichen Jahrhundert-Saga.

Regisseur und Autor Edgar Reitz erzählt die Geschichte der Familie Simon im fiktiven Hunsrückdorf Schabbach. Im Mittelpunkt steht die Bürgermeister-Tochter Maria, deren Schicksal mit den politischen Geschehnissen der Zeit verbunden ist. Auf einfühlsame Weise porträtieren die Filme, die auch unabhängig voneinander funktionieren, das Leben in Schabbach von 1919 bis zu Marias Tod im Jahr 1982.

Edgar Reitz hat sein "Heimat"-Epos, das auch heute noch durch den Wechsel zwischen Schwarzweiß- und Farbaufnahmen besticht, aufwändig restauriert und in einem Director's Cut neu angeordnet - in nun sieben Kapiteln. Das Kino des Deutschen Filmmuseums zeigt das komplette Werk ein Wochenende lang vom 30. Juni bis 2. Juli - als Frankfurt-Premiere der restaurierten Fassung.

Freitag, 30. Juni, 18:00 Uhr:
1. Kapitel: "Fernweh" (1919-1928)
D: Marita Breuer, Gertrud Bredel, Willi Burger. 120 Min. DCP
Als Maria den aus dem Ersten Weltkrieg heimgekehrten Schmiedesohn Paul Simon heiratet, glaubt sie, ihr Glück gefunden zu haben. Sie gründen eine Familie und bekommen zwei Kinder. Doch eines Tages verschwindet Paul ohne ein Wort.

Freitag, 30. Juni, 20:30 Uhr:
2. Kapitel: "Die Mitte der Welt" (1929-1933)
D: Marita Breuer, Gertrud Bredel, Willi Burger. 90 Min. DCP
Maria wartet vergeblich auf den verschollenen Paul. Währenddessen bricht eine neue Zeit an: Hitlers NS-Herrschaft zieht ihre Kreise bis ins Hunsrückdorf Schabbach. Marias Bruder Wilfried schließt sich der SS an, ihr Cousin hingegen wird als KPD-Mann verhaftet.

Samstag, 1. Juli, 15 Uhr:
3. Kapitel: "Weihnacht wie noch nie" / "Reichshöhenstraße" (1935 - 1938)
D: Marita Breuer, Gertrud Bredel, Willi Burger. 120 Min. DCP
Der Fortschritt hält Einzug in Schabbach: Telefonleitungen vernetzen das kleine Dorf mit der Welt, und die Hunsrückhöhenstraße wird gebaut. Maria verliebt sich in den zuständigen Ingenieur Otto - gemeinsam feiert man Weihnachten unter dem Hakenkreuz.

Samstag, 1. Juli, 17:30 Uhr:
4. Kapitel: "Auf und davon und zurück" / "Heimatfront" (1938 - 1943).
D: Marita Breuer, E. M. Bayerwaltes. 114 Min. DCP
Der Zweite Weltkrieg bricht aus: Otto muss in der Eifel Bombenblindgänger entschärfen. In Schabbach kommt es zu einer telefonischen Ferntrauung mit einem Soldaten an der Ostfront, und Pauls Rückkehr aus Amerika gestaltet sich schwieriger als gedacht.

Samstag; 1. Juli, 20 Uhr:
5. Kapitel: "Die Liebe der Soldaten" / "Der Amerikaner" (1943 - 1947).
D: Marita Breuer, Dieter Schaad, Gudrun Landgrebe. 156 Min. DCP
Die letzten Jahre des Krieges bringen Leid und Tod über Schabbach. Doch mit den Amerikanern kommt die Befreiung, und ein großes Fest wird für die Kriegsrückkehrer gefeiert. Anton gründet eine Fabrik.

Sonntag, 2. Juli, 17 Uhr:
6. Kapitel: "Hermännchen" (1955 - 1956)
D: Marita Breuer, Jörg Richter, Gudrun Landgrebe. 139 Min. DCP
Als einziger von Marias Söhnen besucht Hermännchen das Gymnasium: Begeistert von Musik und Dichtung, lernt er von Schnüsschen das Küssen und verliebt sich in das elf Jahre ältere Klärchen. Als Klärchen schwanger wird, muss er um die verbotene Liebe kämpfen.

Sonntag, 2.Juni, 20 Uhr:
7. Kapitel: "Die stolzen Jahre" / "Das Fest der Lebenden und der Toten" (1967 - 1982).
D: Marita Breuer, Mathias Kniesbeck, Bernd Eichinger. 158 Min. DCP
Maria stirbt im Alter von 80 Jahren und kommt zu den anderen Toten in den Hunsrücker Himmel. Von oben verfolgen sie das Geschehen und sehen, wie das Dorf ihre Beerdigung und die Kirmes vorbereitet.

Quelle: www.deutsches-filmmuseum.de

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