Deutsche Beiträge bei Hot Docs 2017

22.03.2017 | 15:10 Uhr

Deutsche Beiträge bei Hot Docs 2017

Ende April dreht sich in Toronto wieder alles um den Dokumentarfilm, denn die 36. Ausgabe der Hot Docs (27. April – 7. Mai 2017) steht bevor.

Heute wurde das Programm bekannt gegeben: Beim wichtigsten Festival Nordamerikas für diesen Bereich vertreten insgesamt sechs Filme und Koproduktionen Dokumentarisches aus Deutschland, zwei davon mit ihrer Weltpremiere, einer mit seiner internationalen Premiere.

"Pre-Crime" von Matthias Heeder und Monika Hielscher (Kloos & Co. Medien) sowie "Playing God" von Karin Jurschick (DE/NL, Bildersturm Filmproduktion) feiern beide ihre Welturaufführung in den Special Presentations, welche High-Profile-Premieren, ausgezeichnete Filme oder Arbeiten bekannter RegisseurInnen zeigen. Dabei stellen beide Filme Fragen nach unserem heutigen Wertesystem:

Die Handlung von "Pre-Crime" klingt dabei wie aus einem Science-Fiction-Roman, der beunruhigende Wirklichkeit wird, wenn Vorhersage-Software, Alogorithmen und Datenbanken die neuen Wahrsager für zukünftige Verbrechen werden. Dies führt zu der Frage: Wie viel sind wir bereit, um der Sicherheit willen in Kauf zu nehmen? Im Mittelpunkt von "Playing God" steht Ken Feinberg, Amerikas berühmtester Entschädigungsspezialist. Jedoch zeigt die Doku mehr als nur die Geschichte eines bisweilen allmächtig wirkenden, aber immer scharfsinnigen, charismatischen Akteurs: Was passiert innerhalb unserer westlichen Wertesysteme, wenn Wirtschaftsinteressen und persönliche Schicksale durch Tragödien ineinander greifen? Ein tiefer Einblick in die Seele der amerikanischen Gesellschaft und eine Frage an unser aller Wertesystem.

In den weiteren Sektionen reichen die Themen deutscher Dokumentarfilme von Politischem in Deutschland über Musik aus dem Sahel bis zu Rohstoffabbau und Gleichgewicht der Natur.

"Der Einzug", der während Marc Eberhardts Studiums der Dokumentarfilmregie and der Filmakademie Baden-Württemberg entstand, wurde in der Sektion Democrazy mit seiner internationalen Premiere programmiert. Die Handlung beginnt im Frühjahr 2016 vor den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und begleitet Jörg Meuthen, Spitzenkandidat der AfD, vom provinziellen Wahlkampfstand in Backnang bis zur ersten Rede im Landtag.

In der Sektion World Showcase programmiert ist der experimentelle Kurzdokumentarfilm "Kaltes Tal" von Florian Fischer und Johannes Krell (Rosenpictures Filmproduktion), der mit dem Deutschen Kurzfilmpreis in Gold 2016 ausgezeichnet wurde und u.a. schon nach in Rotterdam und Clermont-Ferrand eingeladen war. Er beschreibt die Arbeitsabläufe in einem Kalkstein-Tagebau und verhandelt dialektisch unser Verhältnis zur Natur als Lagerstätte für Rohstoffe und mystischen Möglichkeitsraum.

"A Story of Sahel Sounds" von Neopan Kollektiv (Home Run Pictures)  läuft in Artscapes. Auf drei Kontinenten gedreht und teilweise durch Crowd Funding finanziert, gibt der Film Einblicke in Christopher Kirkleys Projekt "Sahel Sounds", das er als Blog, Schallplattenlabel und Plattform betreibt um Kunst und Musik aus dem Sahel zu veröffentlichen. Weder klassisches Portrait, noch einfacher Musikdokumentarfilm überwindet der Film kulturelle und geographische Entfernungen, feiert Musikperformances aktueller Künstler aus dem Niger und hinterfragt politische Strukturen.

Alle deutschen Filme und Koproduktionen bei Hot Docs 2017:

World Showcase
"Kaltes Tal" von Florian Fischer, Johannes Krell (Rosenpictures Filmproduktion)
"Machines" von Rahul Jain (IN/DE/FI, Jann Pictures)

Democrazy
"Der Einzug" (Meuthen´s Party) von  Marc Eberhardt (Filmakademie Baden-Württemberg)

Artscapes
"A Story of Sahel Sounds" von Neopan Kollektiv (Home Run Pictures)

Special Presentations
"Pre-Crime" von Matthias Heeder, Monika Hielscher (Kloos & Co. Medien)
"Playing God" von Karin Jurschick (DE/NL, Bildersturm Filmproduktion)

Quelle: www.german-films.de

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