Das Bekenntnis der Ina Kahr

Das Bekenntnis der Ina Kahr

BR Deutschland 1954, Spielfilm

Inhalt

Ehedrama nach einem Illustriertenroman: Ina Kahr hat ihren Mann vergiftet und zeigt sich selber an. Da sie jede weitere Aussage verweigert, wird sie in einem ersten Verfahren zum Tode verurteilt. Ihr Anwalt, der in sie verliebt ist, erwirkt ein Wiederaufnahmeverfahren, in dem Ina die Geschichte ihrer Ehe erzählt: Nachdem sie ihn aus Liebe geheiratet hat, erweist sich ihr Mann als widerlicher Lump, der sie immer wieder betrügt. Sie will ihn verlassen, kommt aber nicht von ihm los. Schließlich plant sie, mit ihm zusammen zu sterben. Aber er trinkt den vergifteten Kaffee allein. Der Anwalt und Ina Kahr, die vielleicht eine gemeinsame Zukunft haben, hoffen nun auf ein mildes Urteil.

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Halbe Wahrheiten sind ganze Lügen

Manchen Filmen bekommt es nicht, wenn sie unter das Brennglas einer realistischen Einschätzung gelegt werden. Filme dürfen zwar überspitzen, dramatisieren, sich zur Not auch über die Realität hinwegsetzen, doch gibt es Grenzen. Eine solche Grenze ist die Todesstrafe. Sie wurde nach dem Ende des Nazi-Regimes in der Verfassung der Bundesrepublik 1949 abgeschafft. Aus den Strafgesetzbüchern verschwand sie erst später, aber hingerichtet wurde niemand mehr. Dieser Film macht uns dramatisch weis, dass Ina Kahr zum Tode verurteilt wird, weil sie im Gerichtssaal ihre Motive verschwieg, wie es zu dem Mord an ihrem Mann kam. Wo aber spielt dieser Film - in der DDR, in der die Todesstrafe erst 1987 abgeschafft wurde? Was war denn das für eine Hauptverhandlung, in der nicht herauskam, dass dieser „Gatte“ ein Früchtchen war, und haben die Richter nicht sehen wollen, dass eine so zarte und zerbrechliche Frau wie sie Elisabeth Müller hier darstellt, eines kaltblütigen, heimtückischen Mordes eher nicht fähig wäre? In dubio pro reo. Das dillettantische Drehbuch setzt Klötze, wo es um Feinheiten ginge. Dann muss Ina Kahr in der „Todeszelle“ mit ansehen, wie eine junge Frau zusammenbricht, weil sie wegen Kindesmord zum Galgen geführt wird. Erst dann bricht sie ihr Schweigen - und nun oh Wunder - wird die „Todesstrafe“ in einem neuen Verfahren in eine sechsmonatige Haftstrafe wegen Totschlags umgewandelt und die Untersuchungshaft angerechnet, sodass sie am Ende des Films frei ist und am Arm des Vaters das Gefängnis verlässt. Da fasst sich der gutgläubige Kinogänger an den Kopf. Hätte Regisseur G.W. Pabst nicht ein wenig sanfter draufschlagen können? So versackt dieses halbwahre Geschehen in einem Sumpf von falschen Gefühlen und Emotionen. Wenn da nicht Curd Jürgens wäre, der hier den charmanten, betörenden, letztlich aber üblen Hallodri spielt, der keiner Frau nein sagen kann und dabei so männlich und doch emotional zerrissen wirkt, dass wenigstens schauspielerisch etwas herumkommt. Ansonsten: dick aufgetragener Kitsch.

Credits

Alle Credits

Regie:G. W. Pabst
Regie-Assistenz:Peter Pabst
Drehbuch:Erna Fentsch
hat Vorlage:Emil Diets (Roman "Hören und Sehen")
Kamera:Günther Anders
Kameraführung:Hans Staudinger
Kamera-Assistenz:Herbert Müller
Standfotos:Bernd Jansen
Bauten:Herta Pischinger, Otto Pischinger
Maske:Minna Held, Franz Mayrhofer
Kostüme:Ilse Kohl
Schnitt:Herbert Taschner
Ton:Friedrich Wilhelm Dustmann
Musik:Erwin Halletz
  
Darsteller: 
Elisabeth MüllerIna Kahr
Curd JürgensPaul Kahr
Albert LievenAnwalt Dr. Pleyer
Vera MolnarJenny
Jester NaefeCora Brink
Hanna RuckerHelga Barnholm
Friedrich DominVater Stoll
Margot TroogerMargit Kahr
Ingmar ZeisbergMarianne von Degenhardt
Hilde KörberWärterin Stuckmann
Johannes Buzalski
Sophie Strehlow
Ulrich Beiger
Renate Mannhardt
Ernst Stahl-Nachbaur
Arno Ebert
Hilde Sessak
Peter Ahrens
  
Produktionsfirma:Omega-Film GmbH (Berlin/West)
Produzent:Alfred Bittins
Produktionsleitung:Auguste Barth
Aufnahmeleitung:Rudolf Fichtner, Viktor Eisenbach
Dreharbeiten:27.07.1954-03.09.1954: Grünwald, Felderfing
Erstverleih:Neue Filmverleih GmbH (München)
Länge:97 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:s/w, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 18.12.1996, 08633 [2. FSK-Prüfung]
Aufführung:Uraufführung (DE): 12.11.1954, Bielefeld, Astoria

Titel

Originaltitel (DE) Das Bekenntnis der Ina Kahr

Fassungen

Original

Länge:97 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:s/w, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 18.12.1996, 08633 [2. FSK-Prüfung]
Aufführung:Uraufführung (DE): 12.11.1954, Bielefeld, Astoria
 

Prüffassung

Länge:2793 m, 111 min
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 23.10.1954, 08633, ab 18 Jahre / feiertagsfrei